Wird Ihr Konto für Geldwäsche missbraucht?
"Verdienen Sie schnell und einfach von zu Hause aus Geld. Keine Vorkenntnisse nötig." Vielleicht haben Sie eine solche Anzeige schon einmal gesehen. Doch hinter diesen verlockenden Job-Angeboten steckt oft Betrug: Zum Beispiel Money Muling. Wir erklären, was dahintersteckt und warum es für Sie ernste Folgen haben kann.

In diesem Blog-Artikel:
✓ Was steckt hinter Money Muling?
✓ Welche Rollen spielen die Money Mules?
✓ Warum ist das so gefährlich?
✓ Wie geraten Menschen in die Geldwäsche-Falle?
✓ So können Sie sich schützen
✓ FAQ: Kurz zusammengefasst
✓ Was steckt hinter Money Muling?
✓ Welche Rollen spielen die Money Mules?
✓ Warum ist das so gefährlich?
✓ Wie geraten Menschen in die Geldwäsche-Falle?
✓ So können Sie sich schützen
✓ FAQ: Kurz zusammengefasst
Was steckt hinter Money Muling?
Beim sogenannten "Money Muling" suchen Kriminelle gezielt nach Privatpersonen, deren Bankkonto sie als Zwischenstation für illegale Geldflüsse nutzen können. Ziel ist es, illegal erworbenes Geld – zum Beispiel aus Prostitution, Korruption oder dem Waffen- und Drogenhandel – im Ausland in den legalen Geldwirtschaftskreislauf einzuschleusen, sodass es als "sauberes Geld" wieder ins Ursprungsland zurückfließen kann.Der schwierigste Teil für die Täter ist das Geld ins Ausland zu transferieren, ohne Aufsehen zu erwecken. Genau hier kommen die sogenannten "Money Mules" (auf Deutsch: "Geld-Maultiere") ins Spiel.
Welche Rollen spielen die Money Mules?
Mit gefälschten Jobangeboten oder anderen Tricks bringen Kriminelle ahnungslose Nutzer und Nutzerinnen dazu, größere Geldbeträge, die sie zuvor von den Kriminellen erhalten haben, auf ein Konto im Ausland weiterzuleiten oder das Geld abzuheben und einer anderen Person zu übergeben.Oft dürfen die Betroffenen einen kleinen Teil als Provision behalten. Das wirkt wie ein harmloser Nebenjob. Tatsächlich wird jedoch Geld weitergeleitet, das aus Straftaten stammt.
Warum ist das so gefährlich?
Durch das Weiterleiten taucht nicht der Name der Kriminellen in den Ermittlungsakten auf, sondern der des "Money Mules". Wie die Polizei Hamburg erklärt, kann dadurch Ihr Konto gekündigt werden und Sie können als unzuverlässig eingestuft werden. Das kann zu großen Problemen beim Beantragen von Krediten oder Abschließen von Verträgen führen. Im schlimmsten Fall droht sogar eine Anzeige wegen Beihilfe zur Geldwäsche oder Betrug.Wie geraten Menschen in die Geldwäsche-Falle?
Beim Money Muling gibt es verschiedene Herangehensweisen. Neben der bereits beschriebenen Job-Masche, bei der Nutzer als "Junior Trader" oder "Finanzagent" angestellt werden und ein gutes Gehalt oder eine Provision von etwa 5 % pro Transaktion dafür erhalten, illegales Geld ins Ausland zu überweisen, nutzen Kriminelle auch deutlich heimtückischere Methoden.Dazu zählt beispielsweise die Anwerbung über beliebte Verkaufsplattformen. Dabei kontaktieren die Täter Verkäufer jedoch nicht über die offizielle Nachrichtenfunktion der Plattform, sondern per E-Mail oder über einen anderen Messenger-Dienst.
Anschließend konstruieren sie ein Szenario, in dem sie erklären, dass sie zeitnah ins Ausland ziehen werden. Es kommt schließlich zum Kauf, doch der vermeintliche Käufer überweist deutlich mehr Geld als vereinbart. Kurz darauf bittet er darum, die "versehentlich" zu viel gezahlte Differenz auf ein anderes, meist ausländisches Konto zurückzuüberweisen. Wer hier nicht misstrauisch wird, wird schnell zum "Money-Mule".
Eine weitere, besonders perfide Variante funktioniert über sogenanntes Romance Scamming. Dabei bauen Kriminelle über soziale Netzwerke oder Dating-Plattformen über mehrere Monate hinweg eine scheinbar romantische Beziehung auf. Ist das Vertrauen erst einmal gewonnen, bitten sie ihren vermeintlichen Partner dann um Hilfe bei einer Überweisung. Mehr dazu erfahren Sie auch in unserem Artikel zum Thema Love Scamming.
So können Sie sich schützen
- Seien Sie bei Stellenangeboten, die einen schnellen Verdienst ohne Qualifikation oder Aufwand versprechen, grundsätzlich vorsichtig.
- Vertrauen Sie grundsätzlich keiner E-Mail von einem Ihnen unbekannten Absender. Oftmals handelt es sich bei solchen Nachrichten um Phishing-Mails.
- Leiten Sie niemals Geld für Dritte weiter, auch nicht "versehentlich" zu viel überwiesene Beträge – erst recht nicht an ausländische Konten!
- Kommunizieren Sie bei Verkäufen ausschließlich über die offizielle Plattform. Nutzen Sie, wenn möglich, auch das entsprechende Bezahlsystem.
- Geben Sie Ihre Bankdaten niemals an Fremde weiter.
- Seien Sie vorsichtig bei Online-Bekanntschaften, die um finanzielle Hilfe bitten.
- Und wenn Sie befürchten, betroffen zu sein: Informieren Sie umgehend Ihre Bank und die Polizei, um die Schäden zu begrenzen und weitere Taten zu verhindern.
FAQ: Kurz zusammengefasst
Was ist ein Money Mule genau?
Ein Money Mule (zu Deutsch: „Geld-Maultier”) ist eine Privatperson, die – oft unwissentlich – Kriminelle bei der Geldwäsche unterstützt und dafür ein Gehalt oder eine kleine Provision erhält. Hierzu wird ihr ein Geldbetrag auf ihr Konto überwiesen, den sie anschließend ins Ausland weiterleitet oder abhebt und bar an eine andere Person weitergibt.
Wie rekrutieren Betrüger Money Mules?
Kriminelle nutzen verschiedene Maschen, um Menschen als Money Mules anzuwerben. Am häufigsten sind gefälschte Jobangebote, Betrug über Verkaufsplattformen, Romance Scamming sowie Phishing-Mails und Direktnachrichten, die außerhalb offizieller Plattformen versendet werden.
Ist Money Muling strafbar?
Ja. Auch wenn die meisten Betroffenen nichts von der kriminellen Herkunft des Geldes wissen, kann Money Muling strafrechtliche Konsequenzen haben. Es drohen die Kündigung des Bankkontos oder die Einstufung als unzuverlässig bei der Kontoführung. Darüber hinaus können Schwierigkeiten bei der Beantragung von Krediten auftreten oder sogar Ermittlungen wegen Beihilfe zur Geldwäsche oder Betrug.
Was tun, wenn man bereits Money Mule war?
Wenn Sie befürchten, dass Sie bereits Geld weitergeleitet haben, informieren Sie umgehend Ihre Bank und die Polizei. Sichern Sie Beweise, zum Beispiel Chatverläufe oder Überweisungsbelege, damit die Ermittlungen einen konkreten Ansatz haben. Je schneller Sie handeln, desto größer ist die Chance, Schäden zu begrenzen und weitere Straftaten zu verhindern.
Ein Money Mule (zu Deutsch: „Geld-Maultier”) ist eine Privatperson, die – oft unwissentlich – Kriminelle bei der Geldwäsche unterstützt und dafür ein Gehalt oder eine kleine Provision erhält. Hierzu wird ihr ein Geldbetrag auf ihr Konto überwiesen, den sie anschließend ins Ausland weiterleitet oder abhebt und bar an eine andere Person weitergibt.
Wie rekrutieren Betrüger Money Mules?
Kriminelle nutzen verschiedene Maschen, um Menschen als Money Mules anzuwerben. Am häufigsten sind gefälschte Jobangebote, Betrug über Verkaufsplattformen, Romance Scamming sowie Phishing-Mails und Direktnachrichten, die außerhalb offizieller Plattformen versendet werden.
Ist Money Muling strafbar?
Ja. Auch wenn die meisten Betroffenen nichts von der kriminellen Herkunft des Geldes wissen, kann Money Muling strafrechtliche Konsequenzen haben. Es drohen die Kündigung des Bankkontos oder die Einstufung als unzuverlässig bei der Kontoführung. Darüber hinaus können Schwierigkeiten bei der Beantragung von Krediten auftreten oder sogar Ermittlungen wegen Beihilfe zur Geldwäsche oder Betrug.
Was tun, wenn man bereits Money Mule war?
Wenn Sie befürchten, dass Sie bereits Geld weitergeleitet haben, informieren Sie umgehend Ihre Bank und die Polizei. Sichern Sie Beweise, zum Beispiel Chatverläufe oder Überweisungsbelege, damit die Ermittlungen einen konkreten Ansatz haben. Je schneller Sie handeln, desto größer ist die Chance, Schäden zu begrenzen und weitere Straftaten zu verhindern.
Dieser Artikel erschien erstmalig am 17.08.2020 und wurde am 27.02.2026 überarbeitet.
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