Fahrradfahren kann auch für junge Kinder ein wunderbares Erlebnis sein – wenn der Wind um die Nase weht und es etwas zu sehen gibt. Allerdings sollten sie niemals ohne einen Schutzhelm unterwegs sein, unabhängig davon, ob sie selbst radeln oder transportiert werden.

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Denn der Helm kann vor schweren Kopfverletzungen schützen. Dazu muss er allerdings gut passen, sagt Thomas Geisler vom Pressedienst-Fahrrad (pd-f).

Tipps und Hinweise für den Helm für Kinder

Für eine korrekte Passform sollte der Fahrradhelm horizontal auf dem Kopf sitzen und idealerweise etwa zwei Zentimeter über den Augenbrauen positioniert sein. Der Verschluss unter dem Kinn hat am besten ungefähr ein bis zwei Erwachsenenfinger breit Platz. Wichtig ist, dass Kinder in der Lage sind, den Helm selbstständig zu öffnen. Ausserdem ist es mittlerweile auf vielen Spielplätzen untersagt, einen Fahrradhelm zu tragen, um das Risiko von Verletzungen zu minimieren, die dadurch entstehen können, dass Kinder mit den Gurten hängenbleiben.

Am besten verfügt das Wunschmodell auch über eine seitlich möglichst tief heruntergezogene Helmschale, die damit einen Schläfenschutz bietet. Es ist ratsam darauf zu achten, dass der Helm Belüftungsöffnungen besitzt – wichtig für den Sommer. Auch sollte man die Grösse noch etwas justieren können, damit auch eine Mütze darunter passt. Der Helm ist nicht nur wichtig für Kinder, die selbst fahren, sondern auch für kleine Mitfahrer.

Sicher und bequem – der Mitfahrerhelm

Bei "Mitfahrerhelmen", also wenn die Kleinen den Helm etwa im Lastenrad, Anhänger oder Kindersitz tragen sollen, sei es wichtig, dass der Hinterkopfbereich des Helms leicht abgeflacht ist. Dies ermöglicht es dem Kopf, sich korrekt im Sitz anzulehnen, wie Geisler betont. Darüber hinaus kann der Helm auch dann in einer stabilen Position bleiben, wenn das Kind während der Fahrt einschläft.

Jemand ist auf einem Fahrrad mit Kinder-Anhänger unterwegs
Kinder können auch im Anhänger mitgenommen werden, wenn sie selbstständig sitzen können. Für kleinere Mitfahrer gibt es auch spezielle Einsätze. (zu dpa: "Fahrrad: Auf diese Dinge beim Kindertransport achten") © dpa / Tobias Hase/dpa-tmn/dpa

Gefahren beim Kindersitz

Der Fachmann betont, dass es auch bei einem Kindersitz auf dem Gepäckträger wichtig ist, den Helm zu tragen. Allein schon mein Umkippen des Fahrrads mit Kind kommen, könnten durch den Aufprall auf den Boden aufgrund der Höhe bereits schwere Verletzungen entstehen.

Selbst wenn Kinder im Anhänger oder auf dem Lastenrad mitfahren, wo sie normalerweise besser vor Verletzungen bei einem Sturz geschützt sind, empfiehlt er immer das Tragen eines Helms. Einerseits aus Sicherheitsgründen für den Fall eines Unfalls. Andererseits gewöhnen sich die Kinder so an das Tragen des Helms beim Radfahren und internalisieren dies auch für ihre eigenen Fahrten.

Beim Kindertransport besteht noch Nachholbedarf, wie aktuell eine wissenschaftliche Studie der Unfallforschung der Versicherer (UDV) zeigt. Demnach werden Kinder auf dem Fahrrad meist im Kindersitz befördert (35 Prozent), fast genauso häufig im Lastenfahrrad (31 Prozent) und am wenigsten im Anhänger (28 Prozent). Allerdings tragen 43 Prozent aller Kinder keinen Helm und 21 Prozent sind nicht ordnungsgemäss oder überhaupt nicht angeschnallt. In Deutschland gibt es keine Helmpflicht für Radfahrer, auch nicht für Kinder.

Kindersicherheit beim Fahrradtransport

Der Transport von Kindern ist im Anhänger oder Lastenrad erlaubt, sofern sie eigenständig sitzen können. Allerdings gibt es spezielle Vorrichtungen wie beispielsweise Hängematten für Anhänger oder Aufsätze für Lastenräder, die den Transport von jüngeren Kindern ermöglichen.

Laut Geisler, ist es nicht empfehlenswert, dass Kinder bei der Fahrt mit einem solchen Aufsatz einen Helm tragen. Der Grund dafür ist, dass die Nackenmuskulatur noch nicht ausreichend stark genug ist, um das Gewicht des Helms zu halten. "Aber die Kinder sind aufgrund der sicheren Sitzposition gut genug geschützt und brauchen deshalb auch keinen Helm", so Geisler.

Die Gesetzeslage

Gemäss der Strassenverkehrsordnung (StVO, § 21 Abs. 3) ist es ausschliesslich Fahrern ab einem Alter von 16 Jahren gestattet, Personen mitzunehmen, sofern die Fahrräder auch für den Transport von Menschen konzipiert und ausgestattet sind.

Es ist gesetzlich vorgeschrieben, dass Kinder unter sieben Jahren nur dann im Auto mitfahren dürfen, wenn spezielle Sitze für sie vorhanden sind. Um sicherzustellen, dass die Füsse von Kindern nicht in die Speichen geraten können, müssen Laufradverkleidungen und ähnliche Vorrichtungen zusätzlich installiert sein.

Es ist erlaubt, dass bis zu zwei Kinder unter sieben Jahren von mindestens 16-jährigen Personen auf Fahrradanhängern befördert werden, die speziell für den Transport von Kindern ausgelegt sind. Allerdings darf kein Kind älter als sieben Jahre sein. Diese Altersbegrenzung gilt jedoch nicht für zu befördernde behinderte Kinder.

Für einen Auslandsurlaub ist zu beachten, dass in einigen Ländern wie etwa Österreich oder Frankreich für Kinder unter zwölf Jahren Helmpflicht besteht. Vor Reiseantritt empfiehlt Thomas Geisler daher, sich über die geltenden Vorschriften im Urlaubsland zu informieren.  © dpa/bearbeitet durch ella

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