Fahrgäste, deren Bus, Strassenbahn, U-Bahn oder Sammel-Taxi wegen eines Warnstreiks nicht fährt, haben keinen Anspruch auf Entschädigung. Damit trifft es sie schlechter als Betroffene von streikbedingten Verspätungen und Ausfällen im Eisenbahnverkehr von S-Bahn bis ICE. Hier sind die europäischen Fahrgastrechte gültig und man kann zum Beispiel Rückerstattungen bei Verspätungen ab einer Stunde verlangen.

Mehr zum Thema Mobilität

Die Fahrgastrechte gelten jedoch nicht für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), wie Beatrix Kaschel von der Schlichtungsstelle Nahverkehr erläutert.

Angesichts des ÖPNV-Warnstreiks in zahlreichen Städten am Freitag kann es passieren, dass man einen wichtigen Termin oder einen Fernzug verpasst, weil U-Bahnen oder Busse ausfallen. In diesem Fall hat man Pech gehabt und kann nicht auf Entschädigungen hoffen. Obwohl kommunale Verkehrsbetriebe teilweise Pünktlichkeitsversprechen geben und bei bestimmten Verspätungen eine Erstattung möglich ist, sind diese in der Regel während Streiks nicht gültig, wie Kaschel erklärt.

Verbindung checken und Alternative suchen

Sie empfiehlt allen, die am Freitag auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind, frühzeitig zu überprüfen, ob ihre Verbindung betroffen ist. Personen in Grossstädten und Ballungsräumen könnten etwa auf die S-Bahn ausweichen – diese bleibt vom Warnstreik unberührt.

Eine weitere Möglichkeit wären Sharing-Services wie zum Beispiel Leihfahrräder. Personen mit einem Deutschlandticket könnten da einen Vorteil haben: "Oft haben die kommunalen Verkehrsunternehmen dort Sharing-Angebote integriert", erklärt Kaschel. Um Kunden dazu zu bewegen, das Ticket bei ihnen und nicht bei der Deutschen Bahn zu kaufen, hätten einige ÖPNV-Betriebe solche und weitere Vorteile direkt ins Ticket eingeschlossen, sagt die Schlichterin. Das zu überprüfen, kann sich lohnen.   © dpa/bearbeitet durch ella

JTI zertifiziert JTI zertifiziert

"So arbeitet die Redaktion" informiert Sie, wann und worüber wir berichten, wie wir mit Fehlern umgehen und woher unsere Inhalte stammen. Bei der Berichterstattung halten wir uns an die Richtlinien der Journalism Trust Initiative.