• Seit dem 1. Januar ist es Velofahrern erlaubt, bei einer roten Ampel rechts abzubiegen.
  • Die Stadt Zürich hat neuerdings 81 Kreuzungen, an denen dies möglich ist.
  • Fussgänger sorgen sich wegen der neuen Verkehrsregeln um ihre Sicherheit.

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Seit Anfang 2021 gilt die revidierte Verkehrsregeln- und Signalisationsverordnung des Bundesrates. Velos, E-Trottis, Mofas und schnelle E-Bikes dürfen nun rechts abbiegen, auch wenn die Ampel Rot zeigt.

Das Rechtsabbiegen muss dabei entsprechend signalisiert sein – mit einem kleinen Schild, auf dem ein gelbes Fahrrad und ein Pfeil abgebildet sind. Ohne die entsprechende Signalisation ist das Rechtsabbiegen bei Rot nicht erlaubt. Querenden Fussgängerinnen und Fussgängern ist in jedem Fall Vortritt zu gewähren.

Rechtsabbiegen bei Rot
Ein kleines Schild an der Ampel weist darauf hin, wenn Velofahrende bei Rot rechts abbiegen dürfen.

Die Stadt Zürich hat bereits Massnahmen ergriffen, um die neuen Verkehrsregeln schnell umzusetzen. Wie es in einer Medienmitteilung heisst, wird die neue Signalisation in den kommenden Tagen an 81 Kreuzungen angebracht. Karin Rykart, Vorsteherin des Sicherheitsdepartements, sagt in einem Video-Statement: "Selbstverständlich werden wir weitere Kreuzungen prüfen, ob Rechtsabbiegen bei Rot möglich sein könnte. Damit machen wir einen weiteren Schritt für die Velofahrenden in der Stadt Zürich."

Sind die neuen Verkehrsregeln eine Gefahr für Fussgängerinnen und Fussgänger?

Auf Anfrage von SRF heisst es beim Touringclub TCS, dass das rasche Handeln der Stadt begrüsst wird. Die Autofahrer würden davon profitieren, wenn die Velofahrerinnen und -fahrer flüssiger unterwegs seien.

Anders sieht das jedoch Monika Litscher, Geschäftsleiterin des Vereins "Fussverkehr Schweiz". Fussgängerinnen und Fussgänger hätten mit den neuen Regeln zwar weiterhin Vortritt, würden als schwächste Verkehrsteilnehmer jedoch mehr in Bedrängnis geraten.

"Eine Befürchtung ist, dass unvorsichtige und rücksichtslose Velofahrende den Fussgängerstreifen überfahren und den Fussgängern den Weg abschneiden", erklärt Litscher. Die Velofahrerinnen und -fahrer könnten im Slalom um sie herumfahren und ein "Gefühl der Unsicherheit" auslösen.

Dieses Problem sieht auch die Stadt Zürich, weshalb sie zehn Kreuzungen im November 2020 intensiv beobachtet hat. "Im Fokus standen dabei mögliche Konflikte", heisst es in der Medienmitteilung. Im Frühling und November 2021 sollen die Beobachtungen wiederholt werden. Basierend auf dieser Wirkungskontrolle werde darüber entschieden, an welchen Orten die Signalisation ebenfalls umgesetzt wird.  © 1&1 Mail & Media/spot on news

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Teaserbild: © Stadt Zürich