Der Sehtest vor dem Führerschein ist für zahlreiche Personen eine einmalige Angelegenheit. Dieser ist nämlich obligatorisch und benötigte Sehhilfen werden vermerkt. Allerdings verringert sich mit fortschreitendem Alter die Sehkraft allmählich. Deshalb empfiehlt Marcellus Kaup vom TÜV Süd eigenverantwortliche Sehtests.

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Und das hat einen guten Grund: Nach Schätzungen des Berufsverbands der Augenärzte in Deutschland (BVA) sind jedes Jahr etwa 300.000 Verkehrsunfälle auf eine beeinträchtigte Sehkraft zurückzuführen. Der BVA geht zudem davon aus, dass es noch viele weitere Fälle gibt, in denen dies nicht auffällt.

Laut Matthias Krause, dem ärztlichen Leiter des OSG Augenzentrums Nürnberg, sollten die Augen alle zwei Jahre untersucht werden, unabhängig davon, ob man eine Brille trägt oder nicht. Die genauen Intervalle für die Kontrolluntersuchungen sollten idealerweise nach einer gründlichen Untersuchung durch den eigenen Augenarzt individuell festgelegt werden. Verschiedene Faktoren wie das Alter des Patienten, mögliche Erkrankungen der Augen sowie Art und Stärke der Sehhilfe können dabei berücksichtigt werden.

Sehkraft schwindet mit dem Alter

Ab dem 40. Lebensjahr nimmt die menschliche Sehkraft meist zunehmend ab. Die Anzeichen für Sehprobleme sind oft schleichend und können nicht immer sofort erkannt werden, wie Marcellus Kaup betont.

Bei der Augenerkrankung Grauer Star, auch bekannt als Katarakt, kommt es zu einer Trübung der Linse im Auge. Anzeichen dafür sind unter anderem eine gesteigerte Empfindlichkeit gegenüber Blendlicht beim Autofahren, ein milchig verschwommenes Sehen und allmählich zunehmende Sehstörungen. Laut Aussage der Prüforganisation gibt es in Deutschland jedes Jahr etwa 900.000 Operationen zur Behandlung von Katarakten.

Neuer Sehtest nach Augen-OP

Nach einer erfolgreichen Operation der Augen, wie beispielsweise dem Augenlasern, ist es wichtig, dass die Information über das Tragen von Brillen oder Kontaktlinsen aus dem Führerschein entfernt wird. Hierfür ist ein neuer Sehtest erforderlich, der vorgelegt werden muss.

Für den Erwerb eines Führerscheins der Klasse B genügt in der Regel ein gewöhnlicher Sehtest. Bei Lkw- oder Bus-Führerscheinen hingegen verlangt der TÜV Süd oft ein Gutachten vom Augenarzt. Um sich zu informieren, kann man bei der zuständigen Behörde eine Anfrage stellen.

Der ADAC weist auf seiner Internetseite darauf hin, dass man zwar nicht verpflichtet ist, erforderliche Brillen oder Kontaktlinsen im Führerschein nachtragen zu lassen, falls sich das Sehvermögen im Laufe der Jahre verschlechtert. Allerdings sei es dennoch erforderlich, die Sehhilfe zu tragen.   © dpa/bearbeitet durch ella

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