Die elektronische Identität kann das Surfen im Internet deutlich vereinfachen. Dennoch sehen Experten in dem digitalen Pass eine Gefahr: Sind die persönlichen Nutzerdaten wirklich sicher?

Mehr aktuelle News finden Sie hier

Einen Arzttermin vereinbaren, Online-Einkäufe tätigen oder mit Behörden in Kontakt treten: Mithilfe der elektronischen Identität (E-ID) lassen sich im Internet persönliche Daten wie das Geburtsdatum schnell und unkompliziert kommunizieren.

Doch wie sicher sind dabei die Daten wirklich? Experten warnen: Der digitale Pass weist Mängel auf.

Gefahr durch Missbrauch?

Aktuell werden E-IDs von privaten Firmen ausgestellt. Der Bund bestätigt lediglich die Identität des Nutzers. Ein Risiko, meint die Allianz von Konsumentenschutz und digitaler Gesellschaft. Ihr ist das mögliche Einsehen der hinterlassenen Datenspur ein Dorn im Auge. Sie fordert: Die Herausgabe von digitalen Pässen soll ausschliesslich durch den Bund erfolgen.

Ob diese Massnahme ausreicht, um persönliche Daten zu schützen, bezweifelt Jan Camenisch. Der Kryptologe sagt der "Neuen Zürcher Zeitung", dass fehlende Mindeststandards ein viel grösseres Problem seien.

Er ist der Meinung: "Der Bund hätte die minimalen Anforderungen bezüglich Datenschutzes mit Experten im Voraus klären und ins Gesetz schreiben sollen." Eine Lösung des Problems stelle in seinen Augen eine neue, verbesserte Variante der E-ID dar.

"Anhand mehrerer Prototypen wurde bereits gezeigt, dass die Technologie funktioniert", sagt der Kryptologe weiter. Er bezieht sich dabei auf ein ausgereifteres System, das das Einsehen der Nutzerdaten durch private Händler unmöglich macht.

Der Nachteil: Das deutlich komplexere System sei teurer und weise eine grössere Fehleranfälligkeit auf. Ausserdem müsse es erst noch in Gänze entwickelt werden. (cos)  © 1&1 Mail & Media / SN