Sämtliche Geräte von Apple sind von der schwerwiegenden Sicherheitslücke in Computerchips betroffen. Der Konzern verweist jedoch darauf, dass noch keine Angriffe bekannt sind. Intel vermeldet indes die Auslieferung erster Updates.

Von der schwerwiegenden Sicherheitslücke in Computerchips ist auch Apple betroffen: Es geht um alle Mac-Computer und Mobil-Geräte wie iPhones und iPads.

Der US-Konzern wies im gleichen Atemzug darauf hin, dass bisher keine Schadsoftware bekannt geworden sei, die Kunden ins Visier nehme.

Lösung nur durch Austausch der Prozessoren

Durch die diese Woche bekanntgeworden Sicherheitslücke in Chips diverser Hersteller können auf breiter Front Daten abgeschöpft werden. Sicherheitsforscher demonstrierten, dass es möglich ist, sich Zugang zum Beispiel zu Passwörtern, Krypto-Schlüsseln oder Informationen aus Programmen zu verschaffen.

Tech-Firmen sind dabei, das seit zwei Jahrzehnten bestehende Loch so gut es geht mit Software-Aktualisierungen zu stopfen.

Komplett kann man das Problem aber nur durch einen Austausch der Prozessoren beheben, weil die Schwachstelle in einem branchenweit angewendeten Verfahren zur Beschleunigung der Prozessoren liegt.

Forscher machten zwei Angriffsszenarien aus: Mit "Meltdown" kann man Daten aus dem Betriebsystem abgreifen, mit "Spectre" aus anderen Programmen.

Apple erklärte, die Gefahr durch "Meltdown" sei bereits mit den jüngsten Versionen der Betriebssysteme für iPhones, iPads, Macs und Apple-TV-Fernsehboxen zumindest "abgemildert" worden.

Die Computeruhr Apple Watch sei von "Meltdown" nicht betroffen. In den kommenden Tagen wolle Apple auch Massnahmen gegen "Spectre" für seinen Webbrowser Safari veröffentlichen. Eine "Spectre"-Attacke könnte etwa über JavaScript im Webbrowser ausgelöst werden.

Mehrere Updates von Intel bereits veröffentlicht

Intel und seine Softwarepartner hingegen machen nach eigenen Angaben deutliche Fortschritte bei ihren Bemühungen, die massive Sicherheitslücke zu stopfen.

Das Unternehmen habe inzwischen Updates für alle Intel-basierten Systeme entwickelt, die vor den beiden Angriffsszenarien "Meltdown" und "Spectre" schützen, teilte Intel mit.

In der Nacht zum Freitag erklärte Amazon, dass alle Bereiche seiner virtuellen Server (EC2), die unter Linux oder Windows laufen, inzwischen geschützt seien. In den meisten Fällen seien auch keine Performance-Einbussen zu verzeichnen gewesen.

Auch Microsoft und Google hatten bestätigt, dass die eingespielten Updates für die überwiegende Mehrzahl der Nutzer und Kunden kaum oder gar nicht bemerkbar seien dürften. Ursprünglich war vermutet worden, dass Systeme bis zu 30 Prozent langsamer werden könnten.

Intel war zuletzt davon ausgegangen, dass die Performance-Einbussen höchstens zwei Prozent betragen würden.

Für den Grossteil seiner Prozessoren, die in den vergangenen fünf Jahren ausgeliefert wurden, seien schon Updates veröffentlicht worden, teilte Intel mit. Bis Ende kommender Woche sollen dann mehr als 90 Prozent der Geräte, in denen die Chips verbaut sind, sicher sein.

Wenn Sie wissen wollen, ob Ihr Computer ebenfalls betroffen ist, können Sie sich hier ein Tool herunterladen, welches Ihren Computer überprüft.  © dpa

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