Berichte des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnologie (BSI) über Millionen geklaute Benutzerkonten haben gleich zweimal im Jahr 2014 die deutschen Internet-Nutzer verunsichert: Fast 60 Prozent fürchten um ihre Passwörter. Erste Erfolge im sicheren Umgang mit Passwörtern sind zu verzeichnen, dennoch schützen sich viele noch unzureichend, wie eine aktuelle Studie von WEB.DE zum Tag der Passwort-Sicherheit 2014 zeigt.

44 Prozent der Nutzer wurden nach den BSI-Veröffentlichungen Anfang 2014 aktiv – fast drei Viertel überprüften auf den Seiten des BSI, ob sie betroffen waren. 73 Prozent haben die Berichte zum Anlass genommen, ihre Passwörter zu ändern, zeigt die Umfrage zum Tag der Passwort-Sicherheit 2014.

Angst vor Passwort-Diebstahl ist gestiegen

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Diese Entwicklung lässt die deutschen Nutzer nicht unberührt: Die Angst vor Passwort-Diebstahl ist im Vergleich zu 2013 von 52,2 Prozent auf 57,6 Prozent gestiegen. Allerdings verwenden immer noch fast 60 Prozent der User dasselbe Passwort für mehrere unterschiedliche oder sogar alle Dienste. Das macht es potenziellen Angreifern natürlich einfach.

Ebenfalls problematisch: Fast zehn Prozent der Handy-Nutzer sichern ihr Gerät nicht weiter ab – damit hätten Kriminelle im Falle eines Diebstahls ohne Probleme vollen Zugriff auf alle gespeicherten Daten. Selbst die voreingestellte SIM-Karten-PIN nutzen laut Befragung nur 70 Prozent der Nutzer. Positiv ist dagegen die Entwicklung beim Antiviren-Schutz auf dem Smartphone: Hier geben inzwischen über 50 Prozent der Befragten an, spezielle Software installiert zu haben.

Sicheres Passwort – so geht‘s

Die Sicherheitsschlüssel sollten lang und komplex sein.

Wer Gross- und Kleinbuchstaben, Ziffern und Sonderzeichen in seinen Passwörtern benutzt, macht es Hackern besonders schwer, diese zu knacken. Über 60 Prozent der Befragten verzichteten jedoch auf mindestens eine dieser Komponenten. Eine weitere Sicherheitsmassnahme ist das regelmässige Ändern von Passwörtern. 68,4 Prozent der Befragten geben an, ihr E-Mail-Passwort innerhalb des letzten Jahres mindestens einmal geändert zu haben. Im Vorjahr lag sie noch bei 46,4 Prozent. Die Anzahl derer, die ihr Passwort mindestens einmal im Jahr ändern, ist somit um rund 50 Prozent gestiegen. Um bei einem möglichen Zugriff durch Hacker nicht alle genutzten Dienste zu gefährden, sollte zudem jeder Dienst mit einem eigenen Passwort versehen werden.

Knapp 60 Prozent der Deutschen merken sich Passwörter übrigens ausschliesslich im Kopf. Da kann es schon mal passieren, dass man sie vergisst. Nach eigenen Angaben ist dies drei Vierteln der Internet-Nutzer schon einmal passiert.

Zusätzlicher Schutz durch Virenscanner

Der "Tag der Passwort-Sicherheit" wird seit 2011 einmal jährlich von WEB.DE ausgerufen, um das Bewusstsein der Internet-Nutzer für sichere Passwörter zu stärken. Das Internet-Portal fordert an diesem Tag dazu auf, sichere Passwörter zu wählen, diese regelmässig zu ändern und jeden Dienst mit einem individuellen Passwort zu versehen. Aber auch das sicherste Passwort bietet keinen Schutz, wenn eine auf den Computer eingeschleuste Spionage-Software von Hackern die Passwort-Eingabe unbemerkt aufzeichnet und weiterleitet. Deswegen ist es ebenso notwendig, eine Anti-Virus-Software zu nutzen und regelmässige Software-Updates durchzuführen. Weitere Passwort-Tipps finden Sie unter: https://produkte.web.de/sicherheit/passwort/

(mgb/am)