Jodeln hat einen langen Weg zurückgelegt, seit es Hirten verwendeten, um ihre Tiere zu rufen oder zwischen den Alpendörfern zu kommunizieren. Wer einem Jodelclub beitreten will, von dem wird erwartet, zuerst Gesangsunterricht zu nehmen. Jetzt geht die Hochschule Luzern einen Schritt weiter und bietet einen Bachelorstudiengang mit dem Schwerpunkt Jodeln an.

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Der mehrstimmige Gesang ohne Text, der zur traditionellen Schweizer Musik gehört, kann in Kursen des Eidgenössischen Jodler-Verbands gelernt werden. swissinfo.ch besuchte einen Anfängerkurs in Emmenbrücke, Kanton Luzern, um herauszufinden, wie man das Jodeln erlernt.

Diese Gruppe trainiert seit fünf Kursabenden unter der Leitung von Ursula Gernet, einer Solojodlerin und Chorleiterin. Die meisten Schüler und Schülerinnen hatten schon vor Kursbeginn ein gutes Verständnis für das Jodeln, weil sie den traditionellen Gesang bereits von ihren Eltern gelernt hatten.

Auch an der Fachhochschule Luzern rückt Jodeln ins Zentrum. Seit 2012 bietet die Hochschule einen Bachelorstudiengang Volksmusik unter der Leitung von Nadja Räss mit Hauptfach traditionelle Instrumente wie Schwyzerörgeli oder Hackbrett an. Im Herbst 2018 hat die Institution ihr Repertoire um das Hauptfach Jodeln erweitert.

swissinfo.ch besuchte die Hochschule und sprach mit der Bachelor-Studentin Dayana Pfammatter, die in ihrem Heimatkanton Wallis einen Jodelchor leitet.

Die Musikanthropologin Britta Sweers vom Institut für Musikwissenschaft der Universität Bern begrüsst den neuen Jodel-Studiengang in Luzern: "Alle Absolventen sind experimentelle Musiker. Sie probieren neue Dinge mit traditionellen Schweizer Ansätzen aus und entwickeln diese Techniken weiter, auf eine Weise, die nicht möglich gewesen wäre, wenn das Jodeln in einem traditionelleren Kontext geblieben wäre."

Zu ausgefeilte Technik?

Gleichzeitig ist sie der Ansicht, dass der Jodel-Unterricht auf akademischem Niveau eine Bedrohung für den Amateurjodler darstellen könnte. Sie erklärt: "Es besteht die Befürchtung, dass die Musikschule eine andere Ästhetik einführen könnte, die brillanter, ausgefeilter und so weiter ist, und dass dies auch den Geschmack des Publikums verändern und diejenigen verdrängen könnte, die keine solche akademische Ausbildung haben."

Karin Niederberger, Präsidentin des Eidgenössischen Jodler-Verbandes, hat keine solchen Ängste. Sie besteht darauf, dass es keinen Wettbewerb zwischen Amateuren und Profis gibt: "Ich weiss nicht, ob ein Studiengang dem Jodeln insgesamt zugutekommt – es ist noch zu früh, um das zu sagen. Ich möchte, dass sich das Jodeln auf Amateurniveau weiterentwickelt, aber ich möchte nicht, dass es zu anspruchsvoll wird. Das Wichtigste ist, dass es von Herzen kommt. Es sollte natürlich und authentisch sein. Das wollen wir fördern, ebenso wie Regionalität und Dialekte."

In die Zukunft jodeln

Niederberger ist überzeugt, dass die Ausbildung von Sängerinnen und Sängern auf weniger akademischem Niveau der Schlüssel zur Erhaltung der Jodeltradition für die nächsten Jahrzehnte ist. Vor allem, sagt sie, ist es wichtig, dass das Jodeln in den Familien gelehrt und über die Generationen weitergegeben wird.

Wer aufmerksam zuhört, kann bestimmte Techniken beim Jodeln heraushören. Nachfolgend drei Beispiele, gesungen von Ursula Gernet.  © swissinfo.ch

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