Der Bundesrat gibt grünes Licht für eine Änderung des Betäubungsmittelgesetzes. Künftig sollen wissenschaftliche Studien mit Cannabis erlaubt sein.

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In der Schweiz ist Cannabis, das mehr als ein Prozent THC enthält, seit 1951 verboten. Das hält die Leute aber nicht vom Konsum ab: Laut Suchtmonitoring Schweiz haben rund 220.000 Schweizer in den letzten 30 Tagen einen Joint geraucht.

Entsprechend gross ist der Schwarzmarkt. Laut Bundesamt für Gesundheit sind die Produkte vielfach von minderwertiger Qualität.

Änderung des Betäubungsmittelgesetzes

Deswegen möchte der Bundesrat das Betäubungsmittelgesetz ändern und zumindest Studien zu Cannabis im Land künftig erlauben. Es sollen allerdings starke Rahmenbedingungen für die Projekte gelten.

Personen, die über 18 Jahre alt sind und bereits regelmässig Cannabis konsumieren, dürfen an den Studien teilnehmen. Überprüft wird die Regelmässigkeit unter anderem mit Haarproben.

Die maximale Personenanzahl wird auf 5.000 Personen beschränkt, ausserdem müssen betroffene Gemeinden in die Durchführung einwilligen und die Versuche generell hohe wissenschaftliche Standards erfüllen.

Ziel sei nicht die endgültige Legalisierung. Mit den gewonnenen Ergebnissen sollen laut "20min.ch" neue und relevante wissenschaftliche Entscheidungsgrundlagen für eine mögliche Gesetzesänderung geliefert werden. Jenseits der Versuche gilt das bestehende Cannabisverbot weiterhin. Die Dauer der Studie ist vorerst auf zehn Jahre beschränkt.

Anpassung an andere Länder

Immer wieder ist die Legalisierung von Cannabis in anderen Ländern ein Thema. Uruguay, Kanada und diverse US-Bundesstaaten haben die Droge längst freigegeben, Tschechien, Luxemburg und die Niederlande haben den Konsum entkriminalisiert.

Im asiatischen und arabischen Raum hingegen gehen viele Staaten sehr strikt gegen Cannabis-Besitzer vor. Einige sehen gar die Todesstrafe vor: Wird man in Singapur mit mehr als 500 Gramm Cannabis erwischt, droht der Tod am Strang. (jkl)





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