Gedächtnistraining im Alltag: So halten Sie Ihre grauen Zellen fit

Kennen Sie die Telefonnummer Ihres Ehepartners? Wissen Sie, wie Sie ohne Navi zu Ihrem Lieblingssee fahren? Statt zum Smartphone zu greifen, versuchen Sie Ihr Gehirn regelmässig mit einfachen Übungen fit zu halten. Wir verraten Ihnen, wie das am besten klappt.

Kaum jemand kennt heute noch Telefonnummern auswendig. Den Weg finden wir sowieso nur noch mit dem Navi. Doch was, wenn das geliebte Smartphone mal nicht griffbereit ist? Trainieren Sie Ihr Gedächtnis jeden Tag mit gezielten Übungen, "Gehirnjogging" hält Sie bis ins hohe Alter geistig fit - so wird's gemacht ...
Lernen Sie die wichtigsten Telefonnummern auswendig! Das geht zum Beispiel wunderbar, wenn Sie auf den Bus warten oder irgendwo anstehen. Wenn Sie das nächste Mal Ihre Liebsten anrufen, tippen Sie die Telefonnummer manuell ein, statt auf die Kontaktliste Ihres Smartphones zurückzugreifen.
Nicht nur Telefonnummern sollten wir auswendig lernen, sondern auch Passwörter und PINs. Gehen Sie gezielt alle wichtigen Accounts durch, die Sie im Internet oft nutzen und merken sich die Zugangsdaten. Dann löschen Sie die Daten aus dem Passwortmanager und loggen sich mit den auswendig gelernten Passwörtern ein.
Auch Kopfrechnen fordert Ihr Gehirn. Schaffen Sie es beim nächsten Restaurantbesuch, schneller als die Bedienung die einzelnen Beträge zu addieren? Stellen Sie sich gedanklich der Herausforderung! Kopfrechnen können Sie auch im Supermarkt üben: Versuchen Sie, die Endsumme der Artikel in Ihrem Einkaufskorb zusammenzurechnen.
Bevor Sie das nächste Mal zum Einkaufen gehen, schreiben Sie eine Einkaufsliste. Die lassen Sie dann gezielt zu Hause liegen. Trauen Sie sich ohne Liste in den Supermarkt und versuchen Sie, sich an alles zu erinnern, was Sie aufgeschrieben haben. Daheim angekommen, gleichen Sie Ihre Liste mit den Einkäufen ab.
Sie besuchen eine Freundin oder fahren zum Baumarkt? Wenn Sie normalerweise dafür das Navi anmachen, versuchen Sie es einmal ohne. Schauen Sie vor der Abfahrt konzentriert auf eine Karte und prägen Sie sich die Wege genau ein. Sie werden sehen: Es geht oft auch ohne den elektronischen Helfer.
Übergeben wir alle Termine einem digitalen Kalender, speichert unser Hirn die Daten nicht ins Langzeitgedächtnis. Auf Dauer verlieren wir die Fähigkeit, Kalendereinträge im eigenen Gehirn vorzunehmen. Schreiben Sie eine Liste mit allen wichtigen Terminen im Jahr. Anschliessend lernen Sie die Daten bewusst auswendig.
Je nach Job kann es sein, dass Sie sich häufig Namen merken müssen. Viele von uns geben sich mit der Tatsache zufrieden, dass Sie sich zwar Gesichter, aber keine Namen merken können. Das müssen Sie aber keineswegs! Lernen Sie neue Namen effizienter mithilfe von Eselsbrücken und folgenden Tricks ...
Stellt sich Ihnen jemand vor und Sie haben den Namen nicht exakt verstanden, fragen Sie erneut nach - das zeigt Interesse. Wiederholen Sie den Namen laut. Sprechen Sie ihn einmal bewusst aus, so bleibt er Ihnen eher im Gedächtnis. Wenn Sie visuell veranlagt sind, schreiben Sie sich den Namen kurz nach der Begegnung auf.
Fragen Sie nach der Bedeutung des Namens Ihres Gesprächspartners, so schenken Sie Ihrem Gegenüber volle Aufmerksamkeit. Bei herkömmlichen Namen: Denken Sie sofort an eine Person mit demselben Namen aus Ihrem Bekanntenkreis. Speichern Sie mental Unterschiede zwischen den Personen bezüglich Haarfarbe, Gesichtszüge, Körpergrösse.
Wer sein Gehirn trainieren will, greift häufig zu Sudoku, Kreuzworträtsel oder Puzzle. Solche Denksportaufgaben können natürlich helfen, aber um Ihre Gedächtnisleistung bis ins hohe Alter zu erhalten oder zu verbessern, sollten Sie neben dem analytischen Denkvermögen auch kreative und emotionale Prozesse in Ihrem Hirn stärken.
Bleiben Sie flexibel und machen bekannte Dinge ganz anders! Fahren Sie einfach mal einen anderen Weg zur Arbeit. Festgefahrene Gewohnheiten sollten durchbrochen werden. Probieren Sie Neues aus - sei es ein neues Restaurant oder eine ungewöhnliche Veranstaltung, die Sie sonst gar nicht in Betracht gezogen hätten.
Wann haben Sie zuletzt einen Brief mit Stift und Papier geschrieben? Vielleicht kennen Sie jemanden, der sich über altmodische Post freuen würde. Sie bereiten damit nicht nur Freude, sondern trainieren Ihre Formulierungs- und Wortfindungsfähigkeit. Auch bei der Rechtschreibung sind Sie auf Ihr Gehirn angewiesen.
Wann haben Sie das letzte Mal ein Lied auswendig gelernt oder gar ein Instrument gespielt? Durch Zuhören, mit bewussten Bewegungen mit einem neuen Instrument oder durch das Lesen der Noten fördern Sie beide Gehirnhälften. Es reicht aber auch schon, wenn Sie Ihren Lieblingssong im Radio bewusst auswendig lernen.
Fremdsprachen ermöglichen es Ihnen, mit Menschen auf der ganzen Welt zu kommunizieren. Noch dazu kann das Lernen von mehr als zwei Sprachen im Laufe unseres Lebens unser Gehirn vor Gedächtnisverlust schützen. Zu diesem Ergebnis kam eine in Luxemburg durchgeführte Studie aus dem Jahr 2011.
Auch Bewegung kann unsere Gedächtnisleistung verbessern, da die Wahrnehmung und die Steuerung der Bewegung gefordert werden. Ballspiele strengen nicht nur die Arm- und Beinmuskeln, sondern auch das Gehirn an, da das Zusammenspiel verschiedener Prozesse beim Werfen und anschliessendem Auffangen herausfordert.
Wissenschaftler der Florida State University fanden in einer Studie heraus, dass ein Zusammenhang zwischen Einsamkeit und Demenz besteht. Personen, die sich einsam fühlten, hatten ein um 40 Prozent erhöhtes Risiko, an Demenz zu erkranken. Das bedeutet: Unternehmen Sie viel mit anderen Menschen.
Gefühle und Gedächtnis sind eng miteinander verknüpft. Sie erinnern sich an Ihren ersten Kuss oder an die Beerdigung eines geliebten Menschen. Doch wissen Sie auch, was ein Tag vor diesen Ereignissen geschah? Intensives Lachen oder Weinen helfen, Erinnerungen abzuspeichern. Also: Zeigen Sie auch im Alltag Gefühle!