• Yoga-Figuren haben oft Tiernamen wie Taube, Heuschrecke, Katze, Hund oder Schmetterling.
  • Diese Namen und Bilder helfen dabei, die Yoga-Positionen besser zu verstehen und sie sich zu merken.
  • Auch Figuren wie Krieger, Standwaage oder Dreieck beschreiben bestimmte Haltungen und Positionen im Yoga, die unterschiedliche Bedeutungen und Wirkungsweisen auf Körper und Gesundheit haben.

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Yoga-Übungen können beispielsweise gezielt die Tiefenmuskulatur stärken, den Stoffwechsel anregen, Rückenschmerzen lindern und im gewollten Fall sogar Wehen fördern.

Dennoch hat jede Yoga-Figur einen einheitlichen Fokus auf das systemische Zusammenspiel von Körper, Geist und Seele. Vor allem durch Konzentration und kontrollierte Atemführung sollen diese Bereiche des Menschen in Einklang gebracht werden.

Ziel ist dabei neben den gesundheitsfördernden Aspekten auch eine innere Gelassenheit.

Wie viele Yoga-Figuren gibt es überhaupt?

Hatha-Yoga-Schriften besagen, dass der indische Gott Shiva 8.400.000 Yoga-Positionen, sogenannte Asanas, für jede Lebensform gelehrt haben soll.

In anderen traditionellen Schriften des Yoga werden 84 Hauptasanas beschrieben, wobei 32 der Haltungen besonders nützlich sein sollen. Neuzeitliche Yoga-Schulen gehen oft andere Wege: Das Bikram Yoga reduziert seine Yoga-Praxis zum Beispiel auf 26 Asanas.

Asanas und ihre Geschichte

Was genau sind Asanas? Asana ist eine Bezeichnung, die ursprünglich aus dem Sanskrit stammt und vor allem im Hatha Yoga vorwiegend ruhige, statische Körperhaltungen beschreibt. Asanas können jedoch auch in einer dynamischen Abfolge von mehreren Yoga-Haltungen hintereinander und im Einklang mit dem Atemrhythmus geübt werden.

Eine bekannte Übung ist der sogenannte Sonnengruss mit einer dynamischen Abfolge von zwölf Asanas. Der Sonnengruss gehört zu den wichtigsten Yoga-Übungen und wird gern am Anfang einer Yogastunde praktiziert. Die Yoga-Übung hat eine belebende Wirkung, mobilisiert Gelenke, dehnt Muskeln sowie Bänder und regt das Herz-Kreislaufsystem an.

Der Sonnengruss

Den Sonnengruss gibt es in unterschiedlichen Ausführungen, er ist somit gleichsam für Anfänger und Fortgeschrittene geeignet. Dennoch gilt, dass Yoga-Übungen am besten unter der Anleitung eines Yoga-Lehrers ausgeübt werden sollten, denn eine falsche Haltung oder Ausführung der Positionen kann auch Schaden anrichten.

Der Sonnengruss sollte bevorzugt mit leerem Magen geübt werden. Man beginnt stehend in der Berghaltung, der Atem führt die Bewegung. Mit einer Vorbeuge wird ausgeatmet, und mit dem Strecken des rechten Beins nach hinten wird wieder eingeatmet. Dabei kann man die Arme nach oben strecken und in die Position des halben Kriegers treten. Beim Ausatmen geht man in die Umkehrhaltung: der herabschauende Hund, einatmend in den Liegestütz und ausatmend in die Bretthaltung am Boden.

Danach nimmt man einatmend die Position der Kobra ein, um ausatmend wieder in den Hund zu gelangen. Von der Position des Hundes kommt das rechte Bein einatmend wieder nach vorne zwischen die Hände und ausatmend folgt das linke Bein dazu. Einatmend kommt man mit geradem Rücken in den Stand und faltet seine Hände zum Namaste vor dem Herzzentrum.

So geht der Sonnengruss im Yoga

Der Sonnengruss ist im Yoga eine beliebte Übung. So können Sie ihn Schritt für Schritt lernen.

Nun wiederholt man die Abfolge der Yoga-Haltungen mit dem linken Bein. Diese dynamische Abfolge der Asanas wirkt wie ein Ganzkörpertraining: Es schenkt Energie, kurbelt das Herz-Kreislaufsystem an, aktiviert die Bauchmuskeln, öffnet die Schulter- und Hüftpartie, löst Verspannungen, vereint die Bewegungsabfolge mit der Atmung und fördert die Konzentration.

Der Krieger

Der Krieger steht für innere Stärke, Kraft, Mut und Stabilität. Die Position zählt zu den Hauptasanas und wird auch Heldenposition (Vira Bhadrasana) genannt. Der Krieger kommt auch in Varianten des Sonnengrusses vor.

Die Yoga-Haltung wird stehend mit angewinkelten Knien ausgeführt und stärkt Beine und Gesässmuskeln und fördert das Gleichgewicht und Durchhaltevermögen. Wichtig ist, dass das angewinkelte Knie in gleicher Linie wie die Ferse steht und nicht darüber hinausragt - sonst könnte die Übung Knieprobleme verursachen.

Der Baum

Eine weitere Yoga-Haltung, die stehend ausgeübt wird, ist der Baum (Vrikshasana). Der Baum ist eine einfache Gleichgewichtsübung, doch auch bei diesem Asana gibt es je nach Schwierigkeitsgrad unterschiedliche Varianten. Die Yoga-Figur wird im stabilen Stand auf einem Fuss ausgeübt.

Der andere Fuss wird an der Innenseite des Standbeins platziert - entweder am Knöchel, an der Wade, über dem Knie oder für Fortgeschrittene am gegenüberliegenden Hüftgelenk im halben Lotus. Der Baum fördert dabei die körperliche und geistige Stabilität.

Der Yoga-Kopfstand

Der Kopfstand (Shirshasana) wird auch König der Asanas genannt und ist eine Position für Fortgeschrittene. Die Umkehrstellung wirkt ausgleichend und energetisierend, vor allem wenn man die Position für fünf bis acht Atemzüge halten kann.

Dabei wird die Konzentrationskraft gestärkt sowie die Durchblutung gefördert. Der Kopfstand ist ebenfalls gut gegen Krampfadern, Nierenkoliken und hartnäckige Verstopfungen.

Der Frosch

Der Frosch (Mandukasana) ist eine passende Übung für Frauen mit Menstruationsbeschwerden. Die Yoga-Haltung öffnet die Leisten und Hüften und dehnt den unteren Rücken. Zudem gilt sie als Entspannungsübung und hilft gegen Stress sowie leichte Depressionen.

Die Übung wird am Boden ausgeführt und ist eine Variation der Kindshaltung. Ausgehend vom Kniesitz werden die Beine so weit geöffnet, dass man mit beiden Gesässhälften den Boden berührt, der Rücken ist dabei rund und die Arme nach vorne am Boden ausgestreckt.

Kopf, Nacken und Rücken bilden eine gerade Linie. In dieser Haltung sollte man für zwei bis drei Minuten verharren und dabei gleichmässig und bewusst in den Brustraum atmen, um diesen zusätzlich zu öffnen.

Die Taube

Die Taube (Kapotasana) ist ebenfalls eine liegende Position. Dafür wird das rechte Bein nach hinten ausgestreckt und das linke Bein vor dem sitzenden Körper angewinkelt.

Die Hände sind auf dem Boden, entweder nach vorne ausgestreckt wie beim Frosch, oder in einer anderen Variante: Die linke Hand wirkt als Stütze neben dem Knie und die rechte Hand greift die Zehen des rechten Fusses.

Fortgeschrittene Yogis nehmen die linke Hand dazu und strecken beide Ellenbogen zur Decke nach oben. In dieser Rückbeuge wird der Rücken gestärkt sowie Hüfte, Brustwirbelsäule und Schultern flexibel gehalten.

Die Krähe

Die Krähe (Kakasana) ist eine schwierige Haltung: In der Hocke verlagert man das Gewicht auf die Hände, platziert die Knie auf den Oberarmen und streckt das Gesäss nach oben.

Diese Yoga-Position kräftigt die Handgelenke und Armmuskeln und stärkt den Gleichgewichtssinn.

Der Lotussitz

Neben dem Meditations- und dem Drehsitz gibt es im Yoga auch den Lotussitz. Mit gerader Wirbelsäule sitzt man im Schneidersitz, wobei beide Fusssohlen nach oben gerichtet sind.

Diese feste Sitzhaltung kann auch für die Meditation dienen, wenn man länger derart verweilen kann. Der Yoga-Philosophie nach können sich in dieser Position die sieben Haupt-Energiezentren entlang der Wirbelsäule (sogenannte Chakren) öffnen und die Energie kann frei durch den Körper fliessen.

Verwendete Quellen:

  • Wanda Badwal: "Yoga - Die 108 wichtigsten Übungen und ihre ganzheitliche Wirkung"
  • Yoga Vidya Wiki: "Asana"
  • Yoga Vidya: "Asana-Lexikon von Yoga Vidya"
  • Sivananda Yoga Zentrum Europe: "Yoga-Stellungen oder Yoga-Asanas"