Tipps und Tricks: Was gegen Sodbrennen hilft

Von
Petra Esselmann

Manchmal ahnt man es schon während des Genusses von Schokolade oder eines Cocktails unheilvoll: Das gibt Sodbrennen! Dass sich die Magensäure in die falsche Richtung bewegt, kann man jedoch verhindern: Diese Tipps helfen, um Sodbrennen zu lindern oder zu vermeiden. © 1&1 Mail & Media/teleschau

Brennen und ein Druckgefühl in der Brust - Sodbrennen entsteht, wenn Magensäure in die falsche Richtung, nämlich nach oben in die Speiseröhre gelangt und dort die Schleimhaut angreift. Das ist nicht nur unangenehm und schmerzhaft, auf Dauer kann es auch gefährliche Folgeerkrankungen verursachen. Wie kann man vermeiden, dass es zu Sodbrennen kommt?
In der Regel verhindert der Schliessmuskel an der Mündung der Speiseröhre in den Magen, dass die aggressive Magensäure in die Speiseröhre aufsteigt. Wenn dieser obere Magenverschluss nicht richtig funktioniert, der Magen zu voll ist oder zu viel Magensäure produziert wurde, kann es dennoch zu Reflux (Lateinisch für: Rückfluss) und Sodbrennen kommen.
Manch einer verträgt bestimmte Nahrungsmittel besser, andere schlechter. Generell lässt sich aber sagen, dass Ernährung und Lebensstil Einfluss auf die Verdauung haben und auch Sodbrennen mit verursachen können. Üppige Mahlzeiten, sehr fetthaltige, stark gebratene, frittierte oder grosszügig gewürzte Speisen regen die Produktion von Magensäure an.
Während Kakao einerseits viele positive Eigenschaften hat, gilt Schokolade im Zusammenhang mit Sodbrennen allerdings eher als Gift. Ihr Genuss lässt die Magensäure einschiessen, obendrein kann sie entspannend auf die Muskulatur wirken - auch auf die Muskulatur des oberen Magenverschlusses.
Aus den gleichen Gründen begünstigen Kaffee, alkoholische Getränke und Zigaretten Sodbrennen: Die Getränke regen die Magensaftproduktion an. Zusätzlich können sich bestimmte Stoffe im Kaffee, Alkohol und Nikotin negativ auf die Spannkraft des Speiseröhren-Schliessmuskels auswirken.
Für Raucherinnen und Raucher, die unter Sodbrennen leiden, führt kein Weg an der Empfehlung vorbei, sich um eine Entwöhnung zu bemühen und mit dem Rauchen am besten ganz aufzuhören.
Übergewichtigen Patienten mit Sodbrennen wird angeraten abzunehmen: keine schnelle Lösung, aber eine mit langfristiger Wirkung, um den Druck vom Magen zu nehmen.
Es spielt nicht nur eine Rolle, was gegessen wird, sondern auch in welchen Mengen. Anstatt sich wenige, dafür grosse Portionen Essen am Tag einzuverleiben, sollte man seine Mahlzeiten in mehrere kleine aufteilen, um die Verdauung zu entlasten und den Magen nicht zu sehr vollzustopfen.
Auch die Art, wie jemand isst, wirkt sich auf die Verdauung aus. Wer dazu neigt, Essen schnell und nur halb zerkaut zu verschlingen, erzeugt vielleicht auch noch andere Beschwerden ausser Sodbrennen. Gründlich zerkaute, kleine Bissen, langsam zugeführt, kann der Körper leichter verdauen. Kauen fördert ausserdem die Bildung von Speichel, der helfen kann, die Magensäure zu neutralisieren.
Als Hausmittel und Knabberei für Zwischendurch eignen sich bei Sodbrennen Mandeln. Sie sollten dabei weder geröstet, noch gesalzen oder gesüsst sein. Um die Magensäure zu binden, sollten sie so gut zerkaut werden, dass ein Brei entsteht. Auch hier kommt der Speichel unterstützend ins Spiel.
Fett, Säure und Zucker sollten Sodbrennen-Patienten möglichst vermeiden. Empfohlen werden ballaststoff- und eiweissreiche Nahrungsmittel wie Vollkornprodukte, helles Fleisch, Kartoffeln und säurearmes Gemüse. Idealerweise sollten die Speisen schonend zubereitet werden, zum Beispiel gedämpft oder gedünstet.
Kaffeegetränke sollten ebenso vermieden werden wie säure- und zuckerhaltige Fruchtsäfte sowie mit Kohlensäure versetzte Erfrischungen. Stattdessen tun bei Sodbrennen Kräuertees gut. Kamille wirkt entzündungshemmend und wundheilend, Anis, Fenchel und Kümmel krampflösend. Vorsicht ist bei Pfefferminztee geboten, auf dessen Schärfe manche wiederum mit Sodbrennen reagieren.
Der Saft vom botanischen Multitalent Aloe Vera kann sich wohltuend über die gereizte Schleimhaut in der Speiseröhre legen. - Bei Sodbrennen kommt es allerdings nicht nur darauf an, was dem Körper eingeflösst wird. Auch an der Körperhaltung lässt sich zur Linderung buchstäblich etwas drehen.
Soll Sodbrennen vermieden werden, dann auf jeden Fall auch Druck auf die Magengegend. Dem Körper sollte zwischen einer Mahlzeit und einer Tätigkeit in gebückter Haltung oder Sport Zeit zum Verdauen gegönnt werden - jedoch bitte nicht im Liegen, etwa beim Mittagsschlaf. Die horizontale Position verlangsamt die Verdauung, während sie den Säurerückfluss begünstigt. Besser einen Spaziergang machen!
Die Liegeposition wird für Betroffene von Sodbrennen auch nachts zum Problem. Die letzte Mahlzeit sollte gut drei Stunden vor dem Zubettgehen stattfinden. Ausserdem wird empfohlen, Bett oder Lattenrost mithilfe einer Leiste oder eines Bücherstapels am Kopfende um etwa 15 Zentimeter anzuheben.
Dabei ist darauf zu achten, dass die komplette Liegefläche eben bleibt und kein Knick entsteht. Das wäre nicht nur unkomfortabel für Bauch- oder Seitenschläfer, sondern könnte wiederum dafür sorgen, dass Druck in der Magengegend entsteht.
Druck auf den Magen können Sodbrennen-Geplagte auch vermeiden, indem sie auf zu eng sitzende Kleidung verzichten und stattdessen zu bequemen Hosen greifen.
Während Stress und Hektik Auslöser für Sodbrennen sein können, gilt Entspannung als Heilmittel. Bewusste Auszeiten machen nicht nur den Kopf frei, sondern tun auch dem Bauch gut.
Wenn eine Umstellung der Ernährung und eine Anpassung des Lebensstils keine Abhilfe schaffen, wenn Sodbrennen häufig auftritt und womöglich Halsschmerzen, Reizhusten oder Heiserkeit dazu kommen, muss unbedingt weitere medizinische Ursachenforschung betrieben werden.
Ein Arzt sollte abklären, ob dem Sodbrennen eine Erkrankung wie zum Beispiel ein Magengeschwür oder eine Entzündung der Speiseröhre zugrunde liegen. Darüber hinaus muss eine Therapie gewählt werden, um das Sodbrennen zu stoppen und schlimmstenfalls gravierende Folgeschäden an der Speiseröhre zu vermeiden.