An Homöopathie scheiden sich die Geister. Auch die Wirkung von Globuli ist umstritten. So wird nun überlegt, ob die Kosten für die Zuckerkügeli überhaupt noch von den Krankenkassen übernommen werden sollen.

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Globuli haben eine Placebo-Wirkung. Das war das Gesamtergebnis von 800 Studien. Frankreich hat diesbezüglich bereits entschieden, die Kostenübernahme für homöopathische Komplementärmedizin zu stoppen. In der Schweiz fordern Politiker das jetzt auch.

"Zuckerkügeli und Wasser"

Babette Sigg ist Präsidentin des Konsumentenforums. Sie möchte Homöopathie aus dem Leistungskatalog der Grundversicherung streichen, wie "20 Minuten" berichtet. "Es kann doch nicht sein, dass die Kosten im Gesundheitswesen stets steigen, aber nachweislich unwirksame Behandlungsmethoden weiterhin munter finanziert werden."

Immunologe Beda Stadler kann ihr nur zustimmen: "Dass Krankenkassen für eine Art Religion zahlen – also für Zuckerkügeli und Wasser, die nichts nützen –, ist Irrsinn."

SVP-Nationalrat Sebastian Frehner schliesst sich dieser Meinung an. "Die Wirksamkeit von Globuli wurde nie bewiesen, daher sollten sie auch nicht von den Kassen vergütet werden."

Das Stimmvolk muss respektiert werden

Die Entscheidung kann jedoch nicht ohne das Stimmvolk getroffen werden, denn dieses hatte sich für Komplementärmedizin in der Grundversicherung entschieden. Das müsse man auch respektieren, betont Frehner.

Auch Gisela Etter, Präsidentin der Union, sieht das so. Ihrer Aussage nach würden die Versicherungsnehmer nicht anderweitig von der Abschaffung profitieren. "Einzige Verlierer blieben die Patienten."

Die Therapie-Wahlfreiheit soll erhalten bleiben

Rund zehn von 33 Millionen Franken der Versicherungsvergütung entfallen auf die Homöopathie. Etter erklärt, dass jeder Mensch einzigartig sei und auf andere Behandlungsmethoden anspreche. Es gebe zahlreiche Patienten, die Homöopathie als wirksam erlebten.

Sie ist gegen die Abschaffung der Kostenübernahme für die Komplementärmedizin und findet: "Darum sind die Therapie-Wahlfreiheit und medizinische Methodenvielfalt, wie wir sie heute haben, auch so wichtig." (vrr)  © 1&1 Mail & Media / SN