• Weil er entgegen der Corona-Bestimmungen zu wenig Abstand hielt und mehrere Aufforderungen der Polizei, dies zu ändern, missachtete, hat das Luzerner Bezirksgericht einen 38-Jährigen verurteilt.
  • Der Mann muss nun über 1.000 Franken bezahlen.

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Während einer Corona-Mahnwache auf dem Luzerner Bahnhofplatz ist im Mai 2020 ein 38-jähriger Schweizer auffällig geworden. Der Mann war von der Polizei darauf hingewiesen worden, dass er gegen die Corona-Verordnung verstosse, weil er zu einer Ansammlung von fünf Personen die vorgeschriebenen zwei Meter Abstand nicht einhielt.

Weil er sich mehrmals der Aufforderung der Polizei widersetzte und das von den Beamten angeordnete Bussgeld nicht bezahlte, musste der Corona-Skeptiker sich jetzt vor dem Bezirksgericht Luzern verantworten.

Auch im Gericht Maskenpflicht verletzt

Obwohl im Bezirksgericht die Maskenpflicht gilt, trat der Angeklagte demonstrativ ohne einen Mund-Nasen-Schutz in den Saal ein. Erst als der Richter ihm den Ausschluss vom Prozess androhte, setzte der 38-Jährige die Maske nach fünf Minuten Bedenkzeit auf, klagte jedoch, er bekäme nicht genug Sauerstoff. Laut der "Luzerner Zeitung" legte der Esoteriker hinter seinen Sitzplatz eine weisse Feder und einen Apfel und zündete ein Teelicht an, bevor der Prozess anfing.

Was die Anklage angeht, sei er sich keiner Schuld bewusst. "Dass ich zum Teil Freunden nahe gekommen bin, als ich sie begrüsste, ist möglich. Aber ich wusste gar nicht, dass man zwei Meter Abstand einhalten muss", verteidigte er sich. Es stimme auch nicht, dass die Polizisten ihn mehrfach ermahnt hätten, Abstand zu halten. Er sei ohne spezifischen Grund am Bahnhofplatz gewesen, habe mit Kreide ein Herz auf den Boden gemalt und seit dort herumgelaufen, erklärte er dem Richter und forderte: "Ich möchte einen Freispruch."

Richter spricht den Angeklagten schuldig

Bei der mündlichen Urteilseröffnung sagte der Richter. "Wer den Zwei-Meter-Abstand nicht einhält, wird gebüsst. Aktuell gibt es Einschränkungen, die für alle gelten." Dann sprach er den angeklagten Familienvater schuldig. Dieser muss nun insgesamt 1.170 Franken zahlen: 570 Franken für die Verfahrenskosten des Strafbefehls, 500 Franken Gerichtskosten sowie 100 Franken Busse.   © 1&1 Mail & Media/spot on news

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