Laut US-Präsident Donald Trump soll das Malaria-Mittel Hydroxychloroquin gegen COVID-19 helfen. Auch in der Schweiz boomt infolgedessen der Handel mit dem Medikament. Vor der Einnahme wird jedoch gewarnt.

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Donald Trump nannte es ein "Geschenk Gottes": Der US-Präsident pries in den vergangenen Wochen immer wieder das Malaria-Medikament Hydroxychloroquin als mögliches Heilmittel der Lungenkrankheit COVID-19 an.

Laut einer Ende April veröffentlichten Studie erhöht sich jedoch die Sterberate bei Patienten, die zuvor Hydroxychloroquin eingenommen hatten.

Daraufhin warnte die US-Lebensmittel- und Arzneibehörde FDA vor dem angeblichen Heilmittel: Eine Wirksamkeit gegen COVID-19 sei nicht bewiesen, das Medikament erhöhe aber das Risiko lebensgefährlicher Herzrhythmus-Störungen.

Swissmedic beschlagnahmt Hydroxychloroquin

Trotz der Warnungen boomt der Internet-Handel mit dem Medikament laut "20min.ch". Auch in der Schweiz wurden Sendungen abgefangen, berichtet die "SonntagsZeitung" laut dem Nachrichtenportal.

"Etwa ein Dutzend Importe mit dem Malariamittel Hydroxychloroquin oder auch antiviralen Arzneimitteln wurden vom Zoll abgefangen und an Swissmedic weitergeleitet", erklärt Lukas Jaggi von Swissmedic, der Schweizerischen Zulassungs- und Aufsichtsbehörde für Arzneimittel und Medizinprodukte.

Täglich werden Swissmedic mangelhafte Medizinprodukte gemeldet. Dazu gehören laut dem Bericht Schutzmaterial, Test-Kits oder Beatmungsgeräte. "Allein seit Anfang März gingen fast 80 Meldungen über nicht konforme Produkte ein", erzählt Jaggi.

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Schwerwiegende Nebenwirkungen bei der Einnahme

Bereits Ende April machte Swissmedic darauf aufmerksam, dass es zu schwerwiegenden Nebenwirkungen bei der Einnahme von Hydroxychloroquin kommen könne.

Bei der Behandlung von COVID-19-Patienten "können Hydroxychloroquin und Chloroquin schwere Herzrhythmusstörungen verursachen, die manchmal tödlich verlaufen, vor allem, wenn sie in höheren Dosierungen oder in Kombination mit dem Antibiotikum Azithromycin eingesetzt werden", schreibt die Behörde auf ihrer Website.

Die Wirksamkeit der Medikamente bei Corona-Patienten sei "bis zum Vorliegen von positiven Ergebnissen aus grösseren klinischen Studien" nicht erwiesen. (tae)  © 1&1 Mail & Media / SN