• In den Schweizer Skigebieten herrschen Ausnahmezustände.
  • Noch immer scheinen sich die Wintersportler nicht an die Schutzmassnahmen zu halten.
  • Ein Skilift-Arbeiter fordert deshalb die Schliessung.

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Der Ansturm auf die Schweizer Skigebiete nimmt nicht ab, im Gegenteil. Wintersportler versammeln sich nach wie vor zahlreich an den Skiliften. Abstand einhalten oder Maske tragen - Fehlanzeige. Für jenes Verhalten hat der Skilift-Angestellte Marco Eberhard aus Bergün keinerlei Verständnis mehr. "Was ich jetzt erlebe, lässt mich an der Menschheit zweifeln", sagt er im Interview mit "20min.ch".

Eberhard müsse Skifahrer und Schlittler regelmässig ermahnen, die Auflagen des Schutzkonzeptes einzuhalten. "Vor dem Lift hat es riesige Schlangen, kein Mensch hält Abstand und höchstens jeder Dritte trägt Maske. Am Tag muss ich sicher tausendmal Leute auffordern, eine Maske anzuziehen. Das macht keinen Spass", sagt der Saisonarbeiter.

"Die Skigebiete müssen geschlossen werden"

Auch am vergangenen Samstag habe es wieder reichlich Gedränge gegeben. Ermahnungen haben erneut nichts gebracht, sagt Eberhard, "da habe ich den Lift abgestellt und gesagt, wenn ihr jetzt keine Masken anzieht, lasse ich euch nicht hoch". Das habe zumindest Wirkung gezeigt.

Allerdings herrsche auch im Dorf Chaos. Die Strassen seien überfüllt, selten trage dabei jemand eine Maske. Hinzukomme, dass viele Gäste nicht nur aus der Schweiz, sondern auch aus England, Russland und Italien stammen würden. "Bergün hat das Potential, für einen riesigen Corona-Ausbruch zu sorgen", warnt Eberhard.

Für den Skilift-Arbeiter gebe es nur eine Lösung: "Die Skigebiete müssen geschlossen werden." Die Schutzkonzepte seien lediglich zur "Imagepflege da". Dass die Behörden das weiterhin zulassen, könne er nicht verstehen.

Auch Ansturm auf Schlittenverleih

Ähnliche Zustände würden auch bei einem Schlittenverleih in Bergün herrschen, beschwert sich eine Mitarbeiterin. "Der grösste Teil der Wintersportler will in der Freizeit keine Maske tragen." Wenn sie die Menschen entsprechend ermahne, werde sie ständig beschimpft. "Ich habe diese boshaften Auseinandersetzungen satt", sagt sie und fordert: "Es braucht Kontrollen und Strafen, wenn man sich nicht an die Corona-Massnahmen hält."

Der Geschäftsführer von Bergün-Filisur-Tourismus, Marc-Andrea Barandun, sagt, man habe die Besuchermassen in den letzten Tagen "gut lenken können". Dennoch sehe das Bergün-Schutzkonzept eine klare Maskenpflicht vor, an die sich die Wintersportler zu halten hätten.

"Mit allen organisierten Schutzmassnahmen und deren Kontrolle kommt es am Ende auch auf unsere Gäste an", appelliert Barandun. Die Auflagen würden regelmässig geprüft. "An einigen Stellen wurden bereits Verbesserungen umgesetzt. Auch wir lernen jeden Tag dazu."  © 1&1 Mail & Media/spot on news

Angela Merkel wirbt für die Schliessung aller Skigebiete in Europa

Angela Merkel hat dafür geworben, alle Skigebiete in Europa zu schliessen. Auch Ministerpräsident Markus Söder sprach sich zuvor dafür aus. Allerdings könnten dabei einige Länder nicht mitziehen.