Während in österreichischen Supermärkten zur Eindämmung des Coronavirus künftig nur noch mit Maske eingekauft werden darf, rät das Bundesamt für Gesundheit (BAG) von einer Mundschutz-Pflicht für die Schweiz ab. Die Haltung des BAG ist unter Politikern umstritten.

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In den vergangenen Wochen blieb das BAG standhaft und lehnte eine schweizweite Maskenpflicht zur Eindämmung von COVID-19 ab. Daniel Koch, Leiter der Abteilung Übertragbare Krankheiten beim BAG, warnte vor einem falschen Sicherheitsgefühl, das die Menschen mit Mundschutz unvorsichtig werden und weniger auf die allgemeinen Hygieneregeln achten lasse.

BAG-Kommunikation mit Strategie?

Schweizer Politiker wollen diese Erklärung nicht gelten lassen. Sie glauben, dass hinter der Ablehnung ein anderer Grund steckt. "Das BAG hat zu wenig transparent kommuniziert", erklärt Grünen-Nationalrat Bastien Girod laut einem Bericht von "20 Minuten".

Das Amt habe vor allem strategisch kommuniziert, da Masken ein knappes Gut seien. Für ihn sei es aber klar, dass es auch sinnvoll sei, wenn gesunde Personen Masken tragen, so Girod.

"Meine erste Überlegung war von Anfang an, dass diese Empfehlung deshalb herausgegeben wird, weil wir gar nicht genügend Masken haben", stimmt SVP-Nationalrat Andreas Glarner zu. Die Schweiz habe ihre Hausaufgaben nicht gemacht, da die Pflichtlager nicht ausreichend mit Material bestückt worden seien.

Gesundheitspersonal braucht Masken dringender

Angelo Barrille, SP-Nationalrat und Hausarzt, ist anderer Meinung. Würden alle Menschen in der Öffentlichkeit Masken tragen, wäre der Schutz wahrscheinlich nicht viel grösser, erklärt er. Wichtiger sei aktuell, dass genügend Masken für das Gesundheitspersonal vorhanden seien, da die Menschen dort einer grossen Ansteckungsgefahr ausgesetzt seien.

Auch Daniel Koch vom BAG betonte am Montag auf einer Pressekonferenz, dass die Masken vor allem dem Gesundheitspersonal vorbehalten sein sollten. Aktuell sei der Verbrauch hoch, es seien aber genügend Masken in der Schweiz vorhanden. (jom)

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