Haben die Schweizer kaum Ahnung davon, wie sie die SwissCovid-App bedienen müssen? Das zumindest hat eine Umfrage des Bundesamts für Gesundheit auf Instagram ergeben.

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Die SwissCovid-App gibt es seit Ende Juni zum Downloaden. 1,15 Millionen Nutzer sollen nach Schätzung des Bundesamts für Gesundheit (BAG) die Tracing-App für das Coronavirus bis Ende Juli in Anspruch genommen haben. Doch offenbar wissen davon die wenigsten, wie sie die App richtig einsetzen.

Fünf Fragen – mit teils überraschenden Antworten

Das BAG hat laut dem Nachrichtenportal "Nau" auf seinem offiziellen Instagram-Account eine Umfrage durchgeführt. Dazu mussten in den Stories fünf Wissensfragen zur SwissCovid-App mit "richtig" beziehunsgweise "falsch" beantwortet werden.

Es wurde etwa gefragt, ob die SwissCovid-App einen kostenlosen Test nach einer Meldung ermöglicht und ob sie persönliche Daten sammelt.

Das Parlament hat beschlossen, dass App-Nutzer zu einem kostenlosen Corona-Test berechtigt sind, wenn es eine Meldung durch die SwissCovid-App gab. Doch vielen Menschen ist das offenbar nicht bewusst, denn bei der BAG-Umfrage stimmten 47 Prozent mit "falsch".

Die App muss aktiviert werden

Überraschend sei laut "Nau" vor allem das Ergebnis auf die Frage gewesen, ob die Tracing App sofort nach dem Download aktiv sei. Die Mehrheit der Umfrageteilnehmer antwortete mit "richtig". Doch das ist nicht korrekt.

Die SwissCovid-App muss nach dem Download zunächst geöffnet werden. Die Datenschutzbestimmungen und Nutzungsrichtlinien muss der Nutzer akzeptieren sowie Tracing, Bluetooth oder die Standortdienste bei Android-Geräten aktivieren, damit die App ihren Zweck erfüllen kann.

Ernüchterndes BAG-Resümee

Auf Nachfrage von "Nau" erklärt ein BAG-Sprecher: "Das Ergebnis der Instagram-Umfrage stützt unsere Vermutung, dass viele Personen die App zwar downloaden, sie danach aber nicht aktivieren. Dies kann eine Erklärung für den Unterschied zwischen den Zahlen der Downloads und der aktivierten Apps sein."

Das BAG hofft, mit der Instagram-Umfrage auch Wissen zu vermitteln beziehungsweise "Fehlinterpretationen oder Missverständnisse" über die App aufzuklären, sodass sie bei Nutzern korrekt zum Einsatz kommt.

"Wir erhoffen uns mit jeder Information, Klar- oder Richtigstellung eine höhere Durchdringung (bezüglich Downloads und Aktivierungen) der App in der Bevölkerung", heisst es vom BAG weiter.  © 1&1 Mail & Media/spot on news

Grünen-Chef Robert Habeck kritisiert Corona-Warn-App

Grünen-Chef Robert Habeck gibt zu Bedenken, dass die Warn-App nur auf neueren Smartphones läuft. "Dadurch lässt sie ausgerechnet Ältere oder Menschen mit wenig Geld aussen vor", so der Politiker. Zehn bis 20 Prozent der genutzten Handys erfüllen die Voraussetzungen nicht.