• Die Ergebnisse des sechsten "SRG-Corona-Monitors" der Forschungsstelle Sotomo zeigen, dass die Bereitschaft, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen, zugenommen hat.
  • Studienleiter Michael Hermann spricht gar von einer "Impfeuphorie".
  • Weitere Ergebnisse: Die Homeoffice-Pflicht findet weitreichende Zustimmung, die Schliessung vieler Läden hingegen nicht.

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Am Ende des vergangenen Jahres startete die Impfkampagne in der Schweiz. Zu Beginn der Corona-Impfungen zeigten sich viele Schweizer noch skeptisch. Mittlerweile hat die Bereitschaft, sich impfen zu lassen, jedoch zugenommen. Das zeigen die Ergebnisse des sechsten "SRG-Corona-Monitors" der Forschungsstelle Sotomo.

In der aktuellen Corona-Studie gaben 41 Prozent der Befragten an, sich "sofort" impfen zu lassen, wenn der Impfstoff für sie verfügbar sei. Im Oktober 2020 waren es noch 16 Prozent. In der Schweiz sei die Impfbereitschaft also "markant gestiegen", hält der Studienbericht fest.

"Das ist die dramatischste Veränderung im Vergleich zu unserer letzten Erhebung im Oktober", erklärt Studienleiter Michael Hermann im Gespräch mit SRF. "Wir hatten damals eine sehr verbreitete Impfskepsis. Viele wollten abwarten. Jetzt ist zumindest bei einem Teil der Bevölkerung fast so etwas wie eine Impfeuphorie entstanden."

COVID-19-Erkrankungen besonders in Mehrpersonenhaushalten

Das Tempo der Impfung halten die meisten Befragten (53 Prozent) für angemessen. 29 Prozent geht es zu langsam, 19 Prozent sogar zu schnell. Auch die Häufigkeit von COVID-19-Erkrankungen wurde abgefragt. Dabei gaben sieben Prozent an, bereits positiv getestet worden zu sein, weitere sieben Prozent waren der Ansicht, wahrscheinlich erkrankt zu sein.

Die Forscher machten dabei eine interessante Beobachtung: In Familienhaushalten mit Kindern und anderen Mehrpersonenhaushalten gibt es deutlich mehr COVID-19-Erkrankte als in Paarhaushalten. Personen, die ausschliesslich im Homeoffice arbeiten, erkranken ebenfalls seltener.

Weitere Ergebnisse: Homeoffice-Pflicht, Ladenschliessungen, Furcht vor Einsamkeit

43.797 Personen nahmen an der Studie teil, die Daten wurden zwischen dem 8. und 11. Januar 2021 erhoben. Der Bundesrat hatte zu diesem Zeitpunkt bereits verschärfte Massnahmen in Aussicht gestellt. Eine grosse Mehrheit befürwortete bereits Anfang Januar die ab dem 18. Januar geltende Homeoffice-Pflicht, 74 Prozent der Befragten sprachen sich dafür aus.

Anders sieht es bei den Ladenschliessungen aus. Ab dem 18. Januar müssen Läden mit Waren des nicht-täglichen Bedarfs schliessen. Diese Massnahme lehnten 56 Prozent der Befragten ab.

Die Furcht vor sozialer Isolation steigt in der Schweiz weiter. Sie erreicht laut Studie sogar "ein neues Maximum". 51 Prozent der Befragten gaben an, sich vor sozialer Isolation und Einsamkeit zu fürchten, im Juni 2020 waren es noch 30 Prozent, im Oktober bereits 46 Prozent. "Mit der Verschärfung der Massnahmen wird dies in den nächsten Wochen und Monaten zu einer grossen gesellschaftlichen Herausforderung", heisst es in dem Studienbericht.  © 1&1 Mail & Media/spot on news

Nach WhatsApp-Gerücht: New Yorker warten vergeblich auf Corona-Impfung

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