• Kurz vor Weihnachten wurde in der Schweiz die Coronavirus-Variante aus Grossbritannien erstmals in einer Patientenprobe nachgewiesen.
  • Eine neue Studie legt nun jedoch nahe, dass die britische Mutation bereits zwei Wochen zuvor in der Schweiz war.

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17 Forscher der ETH Zürich und Lausanne konnten in einer Studie offenbar nachweisen, dass die neue Coronavirus-Variante aus Grossbritannien schon seit über einem Monat in der Schweiz grassiert. Zwischen Juli und Dezember 2020 haben die Wissenschaftler 48 Abwasserproben von verschiedenen Orten in der Schweiz untersucht.

Bereits am 9. Dezember konnten die Forscher Merkmale von B.1.1.7, wie die Coronavirus-Variante genannt wird, in Proben aus Lausanne nachweisen. Damit wäre die Coronavirus-Mutation aus Grossbritannien bereits in der Schweiz gewesen, bevor das Bundesamt für Gesundheit (BAG) kurz vor Weihnachten bekanntgab, sie in Patientenproben gefunden zu haben.

Die Forscher geben in ihrer noch nicht fachlich geprüften Preprint-Studie zu bedenken, dass es sich auch um eine in der Schweiz entstandene Mutation handeln könne. Wahrscheinlicher sei jedoch, dass es die britische Version bereits Anfang Dezember in der Schweiz gab. Sonst hätten die drei gefundenen Merkmale von B.1.1.7 in anderen klinischen Patientenproben nachgewiesen werden müssen.

Coronavirus-Mutation aus Südafrika nicht in Abwasserproben

Die B.1-Linie des Coronavirus ist laut der Studie am weitesten in der Schweiz verbreitet, über 99 Prozent der Tests werden ihr zugeordnet. Die drei Merkmale von B.1.1.7 wurden darin bisher nicht gefunden. Daher könne man davon ausgehen, dass die Abwasserproben die britische Coronavirus-Variante enthielten.

Auch in drei weiteren Proben wurde die Mutation in Lausanne nachgewiesen, am 21. Dezember auch in einem Skigebiet, das die Forscher jedoch nicht näher benennen. Das Abwasser in Zürich enthielt keine Hinweise auf die Coronavirus-Variante B.1.1.7. Die Forscher untersuchten die Proben auch auf die Mutation aus Südafrika hin, die als 501.V2 definiert ist. In keiner Probe konnte diese Variante nachgewiesen werden.

Die Abwasser-Methode könne laut den Forschern dazu beitragen, zeitnahe, kostengünstige und nicht-invasive Stichproben zu Mutationen des Coronavirus zu erheben. Die Sequenzierung des Coronavirus in Abwasserproben könnte dabei helfen, die Ausbreitung verschiedener Linien zu erkennen und zu überwachen © 1&1 Mail & Media/spot on news

Biontech-Impfstoff ist wohl auch wirksam gegen die Coronavirus-Mutation

Der Corona-Impfstoff der Unternehmen Biontech und Pfizer schützt vermutlich auch gegen die Coronavirus-Mutation, die gerade in Grossbritannien grassiert. Das ergab eine Laborstudie. (Teaserbild: picture alliance / Robin Utrecht)