In mehreren Kantonen gibt es Probleme beim Contact Tracing. Denn bei der Rückverfolgung von Infektionsketten mit dem Coronavirus kam es immer wieder zu Verzögerungen.

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Contact Tracing ist entscheidend, um Corona-Infektionsketten rückverfolgen und unterbinden zu können. Das Ziel ist es, dadurch weitere Neuinfektionen zu verhindern. Wie SRF berichtet, kam es jedoch in mehreren Kantonen zu Verzögerungen. Künftig könnte es weitere Kapazitätsengpässe geben.

Kanton Waadt: Contact Tracer waren überlastet

Die Gesundheitsdirektorin des Kantons Waadt, Rebecca Ruiz, erklärte: "Wir befinden uns in einer schwierigen Situation bezüglich der Rückverfolgung. Es gab Situationen, in denen die Contact Tracer überlastet waren und es zu Verzögerungen kam."

Hinzu komme ein weiteres Problem: Manche Personen seien nicht erpicht darauf, in Quarantäne zu gehen – was die Arbeit der Contact Tracer deutlich erschwere, sagte Ruiz. Derzeit versuche man, alle vorhandenen Ressourcen zu nutzen. "Es ist aber klar, dass wir nicht beliebig ausbauen können. Irgendwann bräuchte es neue Entscheidungen auf nationaler Ebene."

Im Kanton Waadt, in dem die Fallzahlen derzeit stark ansteigen, sei das Contact Tracing ein zentrales Element, um die Ausbreitung des Coronavirus zu vermeiden, berichtet SRF. Der Kanton habe bereits seine Corona-Massnahmen verschärft.

Immer mehr Contact Tracer im Einsatz

Nicht nur der Kanton Waadt schafft es mit den Kapazitäten kaum zeitig neue Infektionsfälle nachzuverfolgen. Da auch in anderen Kantonen die Corona-Neuinfektionen zunehmen, haben einige in den vergangenen Tagen die Anzahl der Contact Tracer kontinuierlich erhöht, etwa der Kanton Zürich.

Laut Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli sei die Situation unter Kontrolle: "Bis zu 100 Fälle pro Tag können wir gewährleisten. Die Fälle waren auch schon höher, auch das konnten wir noch abdecken. Wenn nötig könnten wir auch weiter ausbauen."

Verschärfte Massnahmen bei Überlastung des Contact Tracing

Ob Contact Tracing Erfolg habe, sei situationsabhängig, sagt der Epidemiologe Marcel Salathé. "Es kommt ein bisschen darauf an, wo die Fälle waren", erklärt er. "Wenn es viele Fälle in einem Cluster waren, dann würde dies das Management etwas vereinfachen. Oder aber es waren 900 Fälle, die verteilt über mehrere Regionen auftraten." Dies mache die Rückverfolgbarkeit schwieriger.

Die Kantone können das Contact Tracing laut SRF nämlich nicht beliebig ausweiten. Falls die Kantone trotz einer Aufstockung der Contact Tracer Kapazitätsengpässe hätten, müsse man andere Massnahmen in Betracht ziehen, sagt Salathé.

"Einen Plan B gibt es in dem Sinn immer, nämlich indem man die Massnahmen noch mehr verschärfen könnte. In einem Extremfall könnte das wieder in eine Art Lockdown führen. Das wollen wir aber natürlich alle vermeiden."  © 1&1 Mail & Media/spot on news

Impfkommission erwartet mehrere Corona-Impfstoffe

Die Ständige Impfkommission beim Robert Koch-Institut geht davon aus, dass es in Deutschland mehrere unterschiedliche Corona-Impfstoffe geben wird. Das könnte allerdings noch einige Monate dauern.