• Im Skisportort Wengen im Kanton Bern sind in der zweiten Pandemiewelle 70 COVID-19-Fälle aufgetreten.
  • Ein britischer Tourist hat mehrere Personen mit der Virus-Mutation B.1.1.7 infiziert.
  • Das Lauberhornrennen ist infolgedessen abgesagt worden.
  • Der Kanton will nun mit erhöhter Testkapazität gegen die Corona-Variante vorgehen.

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In Wengen im Kanton Bern hat sich die epidemiologische Lage weiter verschlechtert. Daraufhin haben die Gesundheitsdirektion des Kantons, die Organisatoren, SwissSki und der Ski-Verband Fédération Internationale de Ski (FIS) das Lauberhornrennen abgesagt. Das geht aus einer Medienmitteilung der Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion hervor.

Das Rennen mit Abfahrt, Slalom und einer Alpinen Kombination findet seit 1930 traditionell in Wengen statt. Grund für die Absage sind etwa 70 bestätigte COVID-19-Fälle, die erst in der zweiten Pandemiewelle aufgetreten sind.

Britischer Tourist schleppt Mutation in Hotel ein

28 Infektionen zwischen dem 27. Dezember und dem 10. Januar sind allein auf ein Hotel zurückzuführen, in dem ein Tourist aus Grossbritannien untergebracht war. Später wurde er positiv auf die britische Coronavirus-Mutation B.1.1.7 getestet, wie es in der Medienmitteilung heisst.

Daraufhin hat sich das Virus sowohl unter dem Hotelpersonal als auch unter der Bevölkerung weiter ausgebreitet. Bisher sind sechs Personen mit der neuen Coronavirus-Variante infiziert.

"Aufgrund der Abklärungen durch das kantonale Contact Tracing ist davon auszugehen, dass sich die meisten oder sogar alle positiven Fälle mit der Variante B.1.1.7 infiziert haben", erklärt der Kanton.

Kanton Bern ruft Bevölkerung zu Corona-Tests auf

Der Stand von 70 Fällen habe sich "innerhalb von nur zwei Wochen praktisch von null ausgehend entwickelt". Bisher gebe es keine Hinweise darauf, dass die Variante einen schwereren Krankheitsverlauf mit sich bringe als die bisher bekannte. Es sei jedoch davon auszugehen, dass die Mutation ansteckender und schneller übertragbar sei.

Der Kanton ruft die Bevölkerung dazu auf, sich auch nur bei den geringsten Anzeichen von COVID-19-Symtpomen oder auch ohne Symptome testen zu lassen. Wer eine Abreise plant, sollte sich "unbedingt testen lassen". Ab dem 13. Januar sollen erhöhte Testkapazitäten zur Verfügung stehen.

Die breitere Testung soll den Behörden dabei helfen "einzuschätzen, wie weit das Virus in Wengen verbreitet ist". Anschliessend könnte beurteilt werden, ob weitere Massnahmen nötig sind – etwa weitere gezielte Testaktionen oder eine Schliessung des Skigebiets.

Bevölkerung in Wengen ist enttäuscht: Imageschaden für den Skisportort?

Die Bevölkerung in Wengen ist nach dieser Ankündigung enttäuscht, wie "blick.ch" berichtet. Einige fürchten einen Imageschaden für Wengen aufgrund der Absage des Lauberhornrennens. "Die Absage ist sicher nichts Gutes. Die Skipisten sind absolut in Ordnung. Es ist alles bereit hier. Es wird Wengen werbetechnisch wehtun. Ich bin richtig enttäuscht, dass das abgesagt wurde", sagt ein Einheimischer.

Eine Frau aus der Hotelbranche hat zudem Bedenken wegen des Tourismus. "Man hat immer darüber geredet, dass Wengen kein Hotspot werden soll. Und jetzt haben die Leute möglicherweise Angst und buchen nicht", erklärt sie.

Ein anderer Einwohner zeigt sich unterdessen positiv gestimmt: "Wengen ist Wengen. Wir sind bekannt als Skisportort. Einen Imageschaden fürchte ich nicht."  © 1&1 Mail & Media/spot on news

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