Die US-Firma Moderna will ihren eigenen Angaben zufolge hochwirksamen Impfstoff gegen das Coronavirus künftig auch im Kanton Wallis von dem Pharmazulieferer Lonza herstellen lassen. Für Standortleiter Renzo Cicillini ein Grund zur Freude.

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Im Kampf gegen das Coronavirus gibt es eine neue Hoffnung: Der Impfstoff des US-Herstellers Moderna soll eine Wirksamkeit von über 94 Prozent aufweisen. Hergestellt werden soll er zukünftig auch in Visp im Kanton Wallis von dem Pharmazulieferer Lonza.

Renzo Cicillini, Leiter des sich noch im Aufbau befindlichen Standortes, sprach mit dem Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) über die freudigen Entwicklungen.

Lonza will vor Jahresende erste Impfdosen herstellen

"Wir begrüssen diese Nachricht natürlich sehr, das freut uns", reagierte Cicillini auf die Nachricht der hohen Wirksamkeit des Moderna-Impfstoffs, die am Montag für Aufmerksamkeit sorgte. "Wir arbeiten unsererseits weiterhin mit Hochdruck an der Fertigstellung der Anlagen. Unser Ziel bleibt nach wie vor, wie geplant, bereits vor Jahresende die ersten Impfstoffdosen in Visp herstellen zu können."

Seinen Ehrgeiz begründete der Standortleiter damit, dass es gut vorwärtsgehe. "Die klinischen Phasen sind abgeschlossen, die Aufsichtsbehörden schauen sich jetzt das Ganze an. Natürlich hängt unser Tempo davon ab, was die Aufsichtsbehörden sagen", relativierte Cicillini im Gespräch mit Silvia Graber.

Swissmedic muss den Impfstoff zudem vor der Zulassung noch patentieren lassen. Aber auch hier ist das Unternehmen Lonza bereits aktiv geworden, man habe "natürlich schon auch Kontakt zu Behörden". "Weil wir Produzent des Impfstoffs sind und entsprechende Produktionsanlagen bauen", sagte Cicillini weiter.

Die Anlagen würden "von den Behörden begutachtet" und es werde "geschaut, ob wir alles richtig und korrekt machen".

Pandemie erschwert Rekrutierung von Spezialisten aus dem Ausland

Die Produktionsanlage in Visp ist bereits teilweise eingerichtet. Zu den Faktoren, die den aktuellen Kurs des Pharmazulieferers trotz guter Fortschritte noch negativ beeinflussen könnten, zählt allerdings die Ausbreitung des Coronavirus selbst.

Teilweise sei es aufgrund der Pandemie beispielsweise "schwierig, Spezialisten aus dem Ausland ins Wallis zu holen". Die Verfügbarkeit von Rohmaterialien könne ebenfalls zum Problem werden.

Aktuell lässt man sich im Wallis von solchen Eventualitäten jedoch nicht die Zuversicht nehmen, machte Cicillini deutlich: "Wir haben nur ein Ziel im Auge: Die Anlage in Betrieb zu nehmen. Dadurch sind wir sehr fokussiert."  © 1&1 Mail & Media/spot on news

Auch Moderna meldet Erfolg mit Corona-Impfstoff

Bislang ist international noch kein Impfstoff gegen das Coronavirus, an dem weltweit mehr als 1,3 Millionen Menschen gestorben sind, auf dem Markt.