• Seit Dienstag (22. Dezember) gelten erneut verschärfte Corona-Massnahmen.
  • Unter anderem gehören strenge Zugangsbeschränkungen in den Schweizer Läden dazu.
  • Kunden müssen sich deshalb auf lange Schlangen vor den Geschäften einstellen.

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Ab Dienstag (22. Dezember) gelten in der Schweiz aufgrund der Corona-Pandemie erneut verschärfte Auflagen. Die Detailhändler müssen ihre Läden bereits um 19 Uhr schliessen, in den Geschäften gelten strenge Personenobergrenzen. Die Kunden müssen sich deshalb bei ihren Weihnachtseinkäufen auf langes Warten in Schlangen einstellen.

Wie "20 Minuten" berichtet, hängt die Zahl der zulässigen Kundenanzahl in Läden, die weniger als zwei Drittel ihres Umsatzes mit Lebensmitteln erwirtschaften, von der Gesamtfläche des Ladenlokals ab. Die Obergrenzen liegen zwischen einer Person pro zehn Quadratmeter und einer Person pro zwanzig Quadratmeter. In Lebensmittelgeschäften bleibt die Zehn-Quadratmeter-Regel bestehen.

Die neuen Massnahmen stossen auf viel Kritik. SVP-Jungpolitikerin Camille Lothe twitterte beispielsweise ein Foto von Warteschlangen, die sich bereits vor der Einführung der neuen Regeln vor den Geschäften bildeten.

Daneben schrieb sie: "Die verkürzten Öffnungszeiten und gestrichenen Sonntagsverkaufe führen jetzt zu langen Warteschlangen vor den Geschäften. Das Ziel des Bundesrates wird hier klar verfehlt." Lothe plädiert für längere anstatt verkürzter Öffnungszeiten. Die Kunden könnten sich so "besser verteilen".

Discounter Lidl plädiert für Ausdehnung der Öffnungszeiten

Der Lebensmitteldiscounter Lidl stimmt der Politikerin zu. "Aus unserer Sicht wäre es sinnvoller, die Öffnungszeiten auszudehnen, damit sich die Kunden besser verteilen können", liess eine Sprecherin des Unternehmens auf Anfrage mitteilen.

Mit noch längeren Wartezeiten als bisher rechnet unterdessen auch Christa Markwalder, FDP-Nationalrätin und Präsidentin des Verbands Swiss Retail Federation. Es sei "absehbar, dass mit den strengeren Zutrittsbeschränkungen und den Festtagseinkäufen die Wartezeit noch zunehmen wird", sagte sie "20 Minuten".

In den Läden, die keine Lebensmittel anböten, würden die neuen Corona-Massnahmen zu einer Halbierung der zugelassenen Kundenanzahl im Verkaufsbereich führen.

Die Kritik stösst bei Markwalder durchaus auf Verständnis. Dennoch glaubt sie, die Läden seien für die neue Lage gerüstet. Und: "Ursprünglich wollte der Bundesrat auch den Samstagsverkauf streichen. Im Moment sind wir deshalb froh, dass es keinen Lockdown für Läden gibt."

Den Geschäften bleibt nur die Anpassung an die neuen Rahmenbedingungen. "Die Bewältigung des Weihnachtsgeschäftes hat absolute Priorität – zum Lamentieren bleibt keine Zeit", betonte Migros-Sprecher Marcel Schlatter.

Coop und Lidl: Ladenöffnung um sieben Uhr morgens

Die Lebensmittelhändler reagieren teils mit einer früheren Öffnung ihrer Geschäfte auf die neuen Regeln. So öffnen - wo möglich - sowohl die Filialen des Detailhändlers Coop als auch des Discounters Lidl ihre Pforten bereits um sieben Uhr morgens, um für eine bessere Verteilung der Kunden zu sorgen.  © 1&1 Mail & Media/spot on news