• Die Corona-Lage spitzt sich auch in der Schweiz weiter zu.
  • Grüne und GLP machen daher jetzt Druck und fordern einen "harten Lockdown".
  • Die SVP will hingegen mehr Lockerungen.
  • Kommenden Mittwoch will der Bundesrat die Lage evaluieren.

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In einem offenen Brief an Bundespräsident Guy Parmelin (SVP) haben Grünen-Präsident Balthasar Glättli und GLP-Chef Jürg Grossen sich für einen härteren Lockdown ausgesprochen und machen kurz vor der nächsten Bundesratssitzung am Mittwoch (6. Januar) Druck auf die Regierung.

Sie fordern eine "zeitlich begrenzte Phase mit weitergehenden Massnahmen, begleitet von der notwendigen wirtschaftlichen Stützung".

Ein "monatelanges Hüst- und Hott mit der Aufhebung und Wieder-Einführung von Corona-Massnahmen bei bleibend viel zu hohen Fallzahlen" schade den Interessen von Gesundheit und Wirtschaft, heisst es in dem Brief an Parmelin, den Glättli via Twitter veröffentlichte.

Was bedeutet ein "harter Lockdown"?

Die hohe Anzahl an Todesfällen und schwerwiegenden Corona-Erkrankungen müsse dringend massiv gesenkt werden, beurteilen Glättli und Grossen die Lage in ihrem Schreiben. Ein harter Lockdown bedeute womöglich erneute Ladenschliessungen, Fernunterricht und Homeoffice-Pflicht. Auch Skigebiete müssten dann dichtmachen.

Die Schweizer COVID-19-Task-Force rät ebenfalls bereits seit einigen Wochen dringend zu härteren Massnahmen, um die Situation unter Kontrolle zu bringen - vor allem in Hinblick auf die neuen Virus-Mutationen, die im Dezember in Grossbritannien und Südafrika entdeckt worden waren.

In einer Medienmitteilung vom 25. Dezember 2020 wies die Task Force daraufhin, dass sie bereits am 15. Dezember kommuniziert hatte, dass strenge, flächendeckende Massnahmen notwendig seien.

Der Gewerbeverband und Economiesuisse wollen dagegen noch abwarten und warnen vor voreiligen Verschärfungen. CVP-Nationalrat und Gewerbeverbands-Präsident Fabio Regazzi warnt im Gespräch mit "20 Minuten" vor einer "wirtschaftlichen Katastrophe mit Konkursen und Arbeitslosigkeit".

Auch der Wirtschaftsdachverband Economiesuisse will abwarten und die Entwicklung über die Festtage und Neujahr analysieren. Steige der R-Wert weiter an, würde der Verband Verschärfungen akzeptieren. Diese müssten aber "geografisch, betrieblich und branchenspezifisch beschränkt sein".  © 1&1 Mail & Media/spot on news