• Die Corona-Taskforce schlägt weitere Massnahmen vor, um die Delta-Variante einzudämmen.
  • So sollen sich etwa auch geimpfte Reiserückkehrer testen lassen und in Quarantäne begeben.
  • Nicht alle Politiker sind von dieser Idee begeistert.

Mehr aktuelle News finden Sie hier

Die Delta-Variante des Coronavirus bereitet der Schweiz weiterhin Sorgen. Um die Ausbreitung im Land einzudämmen, schlägt die Corona-Taskforce in einem Schreiben weitere Massnahmen vor. So soll die Einschätzung der Risikogebiete überarbeitet werden. Damit würden Länder, in denen besorgniserregende Varianten kursieren, violett gekennzeichnet werden.

Zudem sollten Personen, die aus diesen Gebieten in die Schweiz einreisen, obligatorisch in Quarantäne geschickt werden. Egal ob die Person vollständig geimpft ist oder nicht. Darüber hinaus empfiehlt die Taskforce "einen Test bei der Einreise".

Momentan ist in der Verordnung des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) nur in einem bestimmten Fall eine Quarantänepflicht für Geimpfte vorgesehen. Und zwar, wenn im Urlaubsland eine Virusvariante grassiert, bei der die Impfung nicht oder fast nicht wirkt. "Derzeit gibt es keine solche Variante, daher ist diese Liste leer", erklärte Mediensprecher Daniel Dauwalder "20min.ch".

Politiker stehen Quarantäne-Massnahmen kritisch gegenüber

Doch nun meldeten sich einige Politiker zu Wort, die einer Quarantänepflicht für Geimpfte kritisch gegenüberstehen. "Für die Delta-Variante ist es eh schon zu spät. Und auch bei neuen Varianten wäre die Kontrolle dieser Quarantäne-Massnahmen extrem schwierig", sagte GLP-Nationalrat Jörg Mäder. Mehr als Stichproben hält er nicht für durchsetzbar.

Er setzt seine Hoffnung eher in die Impfkampagne. Man sollte dafür sorgen, "dass solche Hotspots weniger werden, anstatt das Problem vor uns herzutreiben. Das funktioniert nur, indem wir Impfkampagnen weltweit vorantreiben." Bislang sind laut dem BAG 44,8 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer vollständig geimpft.

Nicht alle Politiker sind dagegen

Martin Bäumle rät Rückkehrern, vier bis fünf Tage nach dem Urlaub vorsichtig zu sein. "Nur so kann man relativ sicher sein, dass man aus den Ferien andere nicht ansteckt – insbesondere, weil viele in den Ferien wohl eher zu unvorsichtigem Verhalten tendieren", erklärt Mäders Parteikollege.

Auch für Bäumle macht eine Quarantänepflicht für Geimpfte nur wenig Sinn. Allerdings müsse seiner Meinung nach klar kommuniziert werden, dass man solche Länder meiden und sich auch einige Tage nach der Rückkehr aus einem Nicht-Risikoland testen lassen solle.

Aber nicht alle Politiker schiessen gegen den Vorschlag. So hält Mitte-Nationalrat Lorenz Hess eine Testpflicht für möglich. "Das Einschleppen von Varianten wird künftig eine der grössten Gefahren sein", gibt er zu bedenken. Man sehe am Beispiel Israel, dass auch Geimpfte das Virus weitergeben können. Rückreisende sollten deshalb seiner Meinung nach einen Test bei der Einreise machen, wenn das Risiko im Urlaubsland hoch war, sich mit der Variante anzustecken.  © 1&1 Mail & Media/spot on news