In der Coronakrise wird allerorts zu strenger Hygiene und Social Distancing gemahnt. In manch einer Schweizer Asylunterkunft herrscht angeblich jedoch gegensätzliche Bedingungen.

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Mindestabestand, strenge Hygienemassnahmen, Social Distancing: In der Coronakrise herrscht die imminente Gefahr, sich und andere anzustecken, wenn man sich nicht an die Vorgaben hält.

Doch im Schweizer Flüchtlingszentrum in Urdorf ZH ist es laut eines Berichts von "Blick.ch" für die Bewohner unmöglich, diese Vorgaben einzuhalten.

Anstehen statt Abstand

Von einem Bewohner will die Boulevardzeitung erfahren haben, dass er sich dort noch immer mit fünf anderen Bewohnern ein Zimmer teilt. Vor der Dusche könne es derweil sogar zu Schlangen von rund 60 Personen kommen, alles auf engstem Raum.

In den meisten Einrichtungen habe dieser Zustand bis vor Kurzem geherrscht, heisst es weiter: "Die Mitarbeiter und Asylsuchenden wurden dem Virus zu lange ungeschützt ausgesetzt", bewertet die Geschäftsleiterin der Plattform Zivilgesellschaft in Asyl-Bundeszentren, Laura Tommila, die Lage.

Und weiter: "Obwohl es von der offiziellen Seite hiess, dass die BAG-Hygienemassnahmen bereits umgesetzt würden, war das definitiv noch nicht der Fall", so Tommila.

Die Gegenseite widerspricht vehement

Über Sprecher Lukas Rieder weist das Staatssekretariat für Migration (SEM) diese Vorwürfe jedoch vehement von sich ab. So könnten seiner Aussage nach "die Verhaltens- und Hygienemassnahmen vom BAG (…) überall eingehalten werden."

Zudem seien in den Schlafräumen "nur so viele Betten belegt, dass das Social Distancing eingehalten werden kann." (stk)  © 1&1 Mail & Media/spot on news

Der Sicherheitsabstand in der Coronakrise könnte uns bis 2022 erhalten bleiben

Forscher warnen davor, angesichts sich stabilisierender Infektionszahlen im Umgang mit dem Coronavirus leichtsinnig zu werden. Aus purer Ungeduld den mittlerweile eintrainierten Sicherheitsabstand aufzugeben, berge grosse Gefahr. Denn noch seien im Zusammenhang mit der Verbreitung von COVID-19 zentrale Fragen unbeantwortet. (Teaserbild: picture alliance/Daniel Reinhardt/dpa)