• Die nasalen Corona-Schnelltest in der Schweiz sind Geschichte.
  • Wer ein Corona-Zertifikat will, muss künftig einen Nasen-Rachen-Abstrich machen.
  • Gleichzeitig gibt es Lockerungen für Genesene.

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Seit Wochen stehen die nasalen Corona-Schnelltests in der Kritik – am Mittwoch (3. November) hat der Bundesrat nun in einer Sitzung entschieden: Ab sofort muss ein Nasen-Rachen-Test durchgeführt werden, um ein Corona-Zertifikat zu erhalten.

Virginie Masseray vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) erklärte dem SRF, die Qualität bei nasalen Schnelltests sei nicht gegeben. Der Berner Gesundheitsdirektor Pierre-Alain Schnegg bemängelte die Qualität bereits vor einigen Wochen in der "Tagesschau" des Senders.

Werden Tests nun teurer?

Künftig ist beim Testen neben dem Abstrich in der Nase auch ein Abstrich im Rachen nötig. Dass dies einen höheren Aufwand darstellt, ist klar. Höhere Preise wird diese Reform aber nicht unbedingt mit sich bringen. Auf SRF-Anfrage beteuerte ein Anbieter von Schnelltests für Zertifikate bereits, seine Preise würden gleich bleiben. Bisher verlangte er 20 Franken pro Test.

Der Schweizerische Apothekerverband Pharmasuisse begrüsst die Änderung im Testverfahren. Abstriche in Nase und Rachen seien viel zuverlässiger. Für viele Personen könnte der neue Testvorgang jedoch Unannehmlichkeiten bereiten. "Wir haben Unmengen an Telefonen am Tag. Die Leute fragen, ob wir das Stäbchen bis ganz hinten schieben oder nach vorne einführen. Für die Psychologie ist es angenehmer, wenn man nur vorne hineinfährt. Aber eigentlich ist es immer gleich unangenehm", berichtet Apotheker Leo Grossrubatscher.

Gültigkeit verlängert: Lockerungen für Genesene

Bisher sind Bürger, die weder geimpft noch genesen sind, auf negative Testergebnisse angewiesen. Während die Verschärfung der Tests nun weiteren Druck auf Ungeimpfte ausüben könnte, lockert der Bundesrat gleichzeitig auch die Bedingungen für ein "Genesenen-Zertifikat".

Bisher war ein solches Zertifikat sechs Monate gültig. Die Gültigkeit des Scheins wurde nun auf ein ganzes Jahr verlängert. Auch diejenigen, die mit einem Antikörper-Gentest beweisen können, dass sie das Coronavirus überstanden haben, können nun ein solches Zertifikat beantragen. Dieses ist jedoch nur drei Monate gültig.  © 1&1 Mail & Media/spot on news