• Am Mittwoch, den 20. Januar 2021, tagt der Bundesrat wegen der sich in der Schweiz ausbreitenden Corona-Mutanten
  • Schulen sollen in der Sitzung jedoch offenbar kein Thema sein: Sie bleiben wohl auch weiterhin geöffnet.
  • Bei Experten und Schülern stösst dieses Vorgehen auf grosse Kritik.

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Das mutierte Coronavirus, das erstmals in Grossbritannien festgestellt wurde, breitet sich in der Schweiz aus. Auch Schulen sind betroffen: Schweizweit mussten bereits mehrere Klassen in Quarantäne geschickt werden oder ganze Schulen schliessen.

Kommt es nun zu landesweiten Schulschliessungen? Gesundheitsminister Alain Berset will angeblich auf weitere Massnahmen verzichten, die den Schulbetrieb betreffen. Dies berichtet "blick.ch". Demnach sollen die Schulen in der Bundesratssitzung am 20. Januar 2021 kein Thema sein.

Immunologe Daniel Speiser von der Universität Lausanne kann dieses Vorgehen nicht nachvollziehen. "Wir kommen um schärfere Massnahmen in den Klassenzimmern nicht herum", sagt er. Speisers Forderung: eine umgehende Verschärfung, bei den älteren Schülern sollte nach Möglichkeit auf Fernunterricht umgestellt werden.

Abstandhalten in Schulen nicht möglich

Ein Schüler an der Berufsfachschule für Verkehrswegbauer in Sursee im Kanton Luzern berichtet "blick.ch" von "Szenen wie in einem schlechten Film". Nach einer Woche Heimarbeit herrsche an seiner Schule nun wieder Präsenzunterricht. "In der Mensa sitzen alle nebeneinander", erklärt der 18-Jährige. "Den Abstand können wir unmöglich einhalten."

Schulleiter Florian Tschümperlin sagt hingegen, dass bereits die Hälfte der Klassen im Fernunterricht sei, eine Umstellung für die ganze Schule sei jedoch nicht absehbar. Denn: "Wir haben vonseiten des Kantons Luzern klare Weisungen, die wir umsetzen müssen."

Volle Busse und Züge: "Der Transport zu den Schulen ist ein Problem"

Eine Schülerin des Berufsbildungszentrums GBS in St. Gallen erzählt, dass sich die Schüler gegen den Präsenzunterricht wehren würden. "Wir arbeiten im Betrieb von zu Hause aus, um uns zu schützen, und gehen dann in die Schule, wo die Abstände kaum eingehalten werden können. Das ergibt überhaupt keinen Sinn", sagt sie. Die 20-Jährige nennt vor allem die An- und Abreise problematisch. In den vollen Bussen könne man die Abstandsregeln nicht einhalten.

Dies bestätigt auch Immunologe Daniel Speiser. "Der Transport zu den Schulen ist ein Problem. Volle Busse und Züge, aber auch die Klassenzimmer sind ideale Nährböden für das Virus", erklärt er. Man könne nicht mehr lange warten, eine Verschärfung sei notwendig. Das gleiche gelte auch für Primarschulen: "Bei den jüngeren Schülern kann der Unterricht weiterhin durchgeführt werden, allerdings nur unter strengen Schutzmassnahmen. Denkbar wäre beispielsweise eine Umstellung auf Halbklassenunterricht", lautet Speisers Vorschlag.

Derzeit gelten in der Schweiz bereits verschärfte Massnahmen. Bis Ende Februar bleiben Restaurants, Kultur-, Sport- und Freizeitanlagen geschlossen. Seit 18. Januar dürfen Läden mit Waren des nicht-täglichen Bedarfs nicht mehr öffnen, ausserdem gilt eine Homeoffice-Pflicht. Private Treffen sind nur mit maximal fünf Personen erlaubt. Für Schulen gab es bisher keine neuen Massnahmen.  © 1&1 Mail & Media/spot on news

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