• In der Corona-Pandemie hat die Schweiz Schwächen in der Führung gezeigt.
  • So lautet zumindest das Urteil des Medizinhistorikers Flurin Condrau.
  • Die Pandemie sei nicht als "nationale Herausforderung" angegangen worden.

Mehr aktuelle News finden Sie hier

In der Corona-Pandemie hätte der Bundesrat die Führung übernehmen sollen. Dieser Meinung ist der Medizinhistoriker Flurin Condrau. "Die Covid-Krise wurde eigentlich nie als echte nationale Herausforderung angegangen, die eine zentrale Führung wirklich länger notwendig gemacht hätte", sagte der Professor der Medizingeschichte im Interview mit dem "Tagesanzeiger", wie "bluewin.ch" berichtet. Stattdessen sei den einzelnen Kantonen die Führung überlassen worden.

Die Pandemie habe ein "typisch schweizerisches Führungsproblem offenbart". Die "Leute an der Spitze" würden ihre Sache nicht schlecht machen, stellte der Professor klar. Nur wisse die Schweiz nicht, "ob sie das Entscheiden dem Bundesrat überlassen will – oder dem Stammtisch". Der Bundesrat müsste allerdings im Falle einer Pandemie die Zügel in die Hand nehmen und den Schweizerinnen und Schweizern erklären, warum er etwas tue, sagt Condrau. Im Krieg hätte der Bundesrat die Kantone mit der Verteidigung auch nicht alleine gelassen.

Laut Condrau ziehen nicht mehr alle "an einem Strang"

Laut dem Professor habe die Schweiz einen mangelnden Teamgeist. Zwar hielten zu Beginn der Pandemie noch alle zusammen, doch nun habe Condrau nicht mehr das Gefühl, dass "wir gemeinsamen an einem Strang ziehen". Zudem sieht er noch kein Ende der Coronakrise. "Nur weil wir gerade akzeptable Fallzahlen haben", sei die Pandemie noch nicht vorüber.

Am 23. Juli meldete das Bundesamt für Gesundheit (BAG) 791 neue Corona-Fälle. Damit steigen die Zahlen der Neu-Infektionen momentan wieder an.  © 1&1 Mail & Media/spot on news

Delta-Variante weiter auf Verdopplungskurs: Neue Zahlen vom RKI

Sie ist ansteckender als die bisherigen Corona-Varianten: Die in Indien entdeckte Mutante Delta macht auch der Kanzlerin Sorgen vor Rückschlägen in der Corona-Krise. Jetzt gibt es neue Zahlen vom Robert Koch-Institut.