• In der Schweiz sterben immer mehr Menschen in Folgen einer COVID-19-Infektion trotz Impfung.
  • Viele Experten plädieren für die Zulassung einer Drittimpfung.
  • Doch der Bund zögert noch.

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Während in anderen Ländern bereits die Corona-Drittimpfung angeboten wird, zögert die Schweizer Regierung noch. Und das, obwohl immer mehr Menschen trotz Impfung an COVID-19 sterben. Wie "20min.ch" berichtet, starben seit Anfang September 40 Personen trotz zweifacher Dosis von Biontech/Pfizer. Zwölf hatten Moderna erhalten und verstarben dennoch.

Während in den Nachbarländern vor allem älteren Personen eine dritte Spritze empfohlen wird, heisst es laut der "SonntagsZeitung", aufseiten des Bundesamtes für Gesundheit (BAG): "Ob und für wen eine Auffrischimpfung allenfalls notwendig wäre, steht zum heutigen Zeitpunkt noch nicht fest." Das stösst bei einigen Experten für Unverständnis.

Experten plädieren für Boosterimpfung: "Die Daten sind eindeutig"

Dominique de Quervain, ehemaliges Taskforce-Mitglied, kritisierte diese Haltung bereits via Twitter. "Die wissenschaftliche Evidenz für den Nutzen der Boosterimpfung kann von der Schweizer Impfbehörde kaum länger ignoriert werden, ohne dass nicht ihre Glaubwürdigkeit Schaden nehmen würde", heisst es in seinem Tweet.

Auch Huldrych Günthard, Infektiologe am Unispital Zürich, erklärte vor einer Woche in der "SonntagsZeitung", dass er nicht verstehe, worauf man noch warte. "Die Daten sind eindeutig, vor allem bei den älteren Leuten, die zuerst geimpft wurden", sagte er dem Blatt berichtet.

Christoph Berger, Präsident der Eidgenössischen Kommission für Impffragen (Ekif), ist davon überzeugt, dass die Drittimpfung in der Schweiz kommen wird. "Aber nicht vor November", gestand er im September der "Neuen Züricher Zeitung". Möglicherweise auch erst Anfang des nächsten Jahres.

Die europäische Arzneimittelbehörde ebenfalls für Drittimpfung

Auch die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hatte sich bereits Anfang Oktober für eine sogenannte Boosterimpfung für alle Menschen ab 18 Jahren ausgesprochen. Mindestens sechs Monate sollten seit der zweiten Dosis vergangen sein.

Bei stark Immungeschwächten könne eine dritte Impfung mit einem mRNA-Vakzin bereits nach 28 Tagen verabreicht werden. Für die Auffrischung sollte der Biontech/Pfizer-Impfstoff verwendet werden. Für das Vakzin von Moderna würden noch Daten ausstehen.  © 1&1 Mail & Media/spot on news