Die Corona-Pandemie bringt bereits viele Menschen in Notlagen. Die "Glückskette" ruft deshalb nun zu Spenden auf, um Sofort- und Sozialhilfe zu leisten.

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Besondere Zeiten erfordern besondere Massnahmen. Diesen Satz hört man derzeit häufig. Die Spendensammelorganisation "Glückskette" handelt nun danach und ruft mit Unterstützung der SRG zu Spenden auf.

Hilfe für Ältere, Kranke und Behinderte

Helfen soll die Aktion Menschen, die aufgrund der schwierigen Situation infolge der sich immer weiter ausbreitenden Corona-Pandemie in der Schweiz bereits Not leiden. Das teilte die "Glückskette" am Sonntag (22.3.) mit. Die Hilfsempfänger sind ältere und kranke Menschen, behinderte Personen und solche, die derzeit isoliert sind und Hilfe benötigen.

Weitere Menschen, denen Hilfe zukommen soll, sind Obdachlose, Migranten und Pflegekinder sowie Personen, die bereits jetzt unter den wirtschaftlichen, sozialen und gesundheitlichen Folgen der Pandemie leiden.

Ziel der "Glückskette" ist es, die Menschen aufzufangen, die durch die sozialen Netze von Bund und Kantonen rutschen. Die Vergabe der Unterstützungsgelder erfolgt durch eine Expertenkommission.

Krise war vor zwei Monaten noch unvorstellbar

In einer Pressemitteilung erklärt Roland Thomann, der neue Direktor der "Glückskette": "Als ich vor zwei Monaten als neuer Direktor die Verantwortung der "Glückskette" übernahm, hätte ich nie gedacht, dass meine erste Spendensammlung die Schweiz betrifft."

Eine Pandemie in diesem Ausmass sei damals unvorstellbar gewesen. "Umso mehr zähle ich auf die viel bewiesene Solidarität der Schweizerinnen und Schweizer, um diese Krise gemeinsam zu überwinden."

Die Hilfe der "Glückskette" erfolgt in Zusammenarbeit mit der Schweizer Caritas und deren regionalen Verbänden. Ausserdem sind das Schweizerische Rote Kreuz und deren Verbände auf Kanton-Ebene, die Regionalvereine des Arbeiterhilfswerks SAH und diverse Pro Senectute Organisationen mit im Boot.

Hunderte Hilfsgesuche

Nach einer Mitteilung der Caritas haben sich bereits Hilfesuchende gemeldet. Laut Caritas-Direktor Hugo Fasel, der mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sprach, haben Hunderte Menschen angerufen.

Wer Hilfe benötigt, kann sein Gesuch direkt an die Organisationen richten. Wer spenden möchte, kann dies online auf www.glueckskette.ch tun oder Geld per E-Banking auf das Postkonto 10-15000-6 mit dem Vermerk "Coronavirus" überweisen. (wag)

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Medizinhistoriker über Corona-Krise: "Eindeutig historisches Ereignis"

Als "eindeutig historisches Ereignis" wertet Medizinhistoriker Philipp Osten die Corona-Krise. "Das, was wir erleben, ist historisch. Wir können unseren Kindern nicht sagen, dass wir so etwas schon einmal erlebt hätten", sagte der Leiter des Instituts für Geschichte und Ethik in der Medizin beim Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf der "Neuen Osnabrücker Zeitung".