• Corona-Geimpfte sollen in der Schweiz bevorzugt behandelt werden.
  • Dazu plant der Bundesrat die Einführung des grünen Corona-Impfpasses.
  • Geimpfte können damit Gewerbe- und Kulturbetriebe wieder besuchen.

Mehr aktuelle Themen finden Sie hier

Personen, die gegen das Coronavirus geimpft sind, sollen in der Schweiz künftig Privilegien geniessen. Das geht aus offiziellen Beschlüssen hervor, die der Bundesrat bereits vergangene Woche getroffen haben soll. "blick.ch" berichtet.

Was in Israel, dem Land mit einer schier einzigartigen Impfkampagne, funktioniert, soll demnach auch in der Schweiz Früchte tragen. Mit Privilegien wolle man den Bürgerinnen und Bürgern den Anreiz bieten, schon bald wieder am öffentlichen Leben wie gewohnt teilhaben zu können.

Personen, die ihre zweite Impfdosis gegen das Virus erhalten haben, sollen eine Woche später den grünen Corona-Impfpass ausgehändigt bekommen. Dieser dient ihnen in vielen Hinsichten als Freifahrtschein.

So sollen etwa private Gewerbe- und Kulturbetriebe Corona-Geimpfte wieder als Gäste begrüssen dürfen. Bedeutet: Wer am Einlass einen grünen Corona-Impfpass vorzeigen kann, erhält Zutritt zu Diskotheken, Restaurants oder Theaterhallen. "blick.ch" zitiert aus den Beschlüssen des Bundesrats: "Betreiber und Veranstalter müssten in diesem Fall einen entsprechenden Nachweis einer vollständig durchgeführten Impfung verlangen."

Aber auch Nicht-Geimpfte sollen künftig berücksichtigt werden, heisst es. Voraussetzung sei ein negativer Corona-Test, der entweder mitgebracht und vorgezeigt werden muss oder vor Ort durchzuführen ist.

Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr bleibt bestehen

Trotz der geplanten Lockerungen ist eine vollkommene Rückkehr zum Pre-Corona-Zustand nicht zu erwarten. Zwar können sich Geimpfte zum Teil auf eine Sonderbehandlung freuen, manche Einschränkungen sollen aber auch weiterhin gelten. Etwa das Tragen von Masken im öffentlichen Verkehr.

In Spitälern und anderen Einrichtungen der öffentlichen Hand sind Änderungen der geltenden Massnahmen ebenfalls nicht zu erwarten. Unterschiede im Umgang mit Patienten oder Kunden mit und ohne Corona-Impfung soll es vorerst keine geben. Dass die Impfpflicht für Pflegepersonal kommt, sei hingegen möglich. Laut Bericht müssen jedoch die Kantone eigenständig über die Einführung ebenjener Vorschrift entscheiden.

Wann werden die Lockerungen für Corona-Geimpfte eingeführt?

Bis die Beschlüsse des Bundesrats zum Tragen kommen und Corona-Geimpfte wieder alte Freiheiten geniessen können, dauert es wohl noch mehrere Monate. Wie "blick.ch" berichtet, sollen die Privilegien erst dann gelten, wenn ein Grossteil der volljährigen Schweizerinnen und Schweizer die Möglichkeit hatte, sich impfen zu lassen. Angepeilt werde der Monat Mai oder Juni.

Zum Dauerzustand soll die Berufung auf den grünen Corona-Impfpass allerdings nicht werden. Die Bevorzugung von Corona-Geimpften soll lediglich so lange praktiziert werden, bis in der Schweiz eine Herdenimmunität erreicht ist. Derzeit gehe man, was dies betrifft, von Anfang September aus.  © 1&1 Mail & Media/spot on news

Astrazeneca-Impfstoff laut Studie bei grösserem Abstand zwischen den Dosen wirksamer

Wenn zwischen der Impfung zwischen der ersten und der zweiten AstraZeneca-Dosis mindestens drei Monate liegen, ist der Impfstoff wirksamer. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität Oxford. Die Forscher sehen in ihrer Entdeckung auch eine Möglichkeit für eine veränderte Impf-Strategie.