• Ende August führte die Swiss ein Impfobligatorium für das Besatzungspersonal ein.
  • Nun droht Impfunwilligen die Kündigung.
  • Für Unentschlossene soll es eine Bedenkzeit geben.

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Mitarbeitende der Swiss müssen bald eine Entscheidung treffen: Corona-Impfung ja oder nein? Nachdem die Airline bereits im August ein Impfobligatorium für Kabine und Cockpit eingeführt hat, droht impfunwilligen Mitarbeitenden nun eine Kündigung. Fliegendes Personal müsse bis zum 1. Dezember vollständig geimpft sein.

Ende Januar solle den "Impfgegnern" dann die Kündigung drohen. "Bei Nichterfüllen des geforderten Impfobligatoriums sehen wir uns gezwungen, Massnahmen aufgrund der Pflichtverletzung gemäss Gesamtarbeitsvertrag einzuleiten", erklärt ein Sprecher der Airline "20min.ch". Könne sich ein Besatzungsmitglied aus medizinischen Gründen nachweislich nicht impfen lassen, suche man intern nach einer Lösung.

Sechs Monate Bedenkzeit für Unentschlossene

Unentschlossenen wolle das Unternehmen jedoch Bedenkzeit geben: "Für Mitarbeitende, die mehr Zeit für die Entscheidung bezüglich Impfung benötigen, besteht die Möglichkeit, das Arbeitsverhältnis für rund sechs Monate ruhen zu lassen." Ein Rückkehrrecht gelte für diejenigen Angestellten, die in diesem Zeitraum eine vollständige Impfung nachweisen können.

Ein Pilot der Swiss hält diesen Entscheid für notwendig. "Im Cockpit tragen wir keine Maske und sitzen mit 50 Zentimeter Abstand nebeneinander. Wer da nicht geimpft ist, ist verantwortungslos", sagt er dem Newsportal.

Das Impfobligatorium sei laut Roger Rudolph, Experte für Arbeitsrecht und Professor an der Universität Zürich, eine "Grauzone". "Es gibt weder eine klare rechtliche Regelung noch kaum eine klärende Rechtsprechung dazu", betont er. Die Gewerkschaft des Kabinenpersonals, Kapers, bedauere die Entscheidung der Swiss. Impfungen seien im GAV jedoch verankert.

Hong Kong verlangt als erste Destination Impfnachweis

In einer Pressemitteilung vom August erklärte die Swiss die Beweggründe für das Impfobligatorium. Als erste Destination würde Hong Kong von Besatzungsmitgliedern mittlerweile einen Impfnachweis fordern. "Eine unterschiedliche Handhabung" würde da "zu Ungleichbehandlungen bei der Einsetzbarkeit der Besatzungsmitglieder" führen.

"Um auch in Zukunft unser weltweites Streckennetz aufrechterhalten zu können und unserer Fürsorgepflicht gegenüber unseren Mitarbeitenden nachzukommen, ist es wichtig, die notwendigen Schritte jetzt einzuleiten", erklärte Swiss-CEO Dieter Vranckx den Entschluss.   © 1&1 Mail & Media/spot on news

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