• Noch diese Woche startet die Schweiz mit der Impfung gegen COVID-19.
  • Bis April oder Mai dürften Risikogruppen und Pflegepersonal durch sein.
  • Kehrt dann die Normalität zurück?

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Am 19. Dezember wurde der erste COVID-19-Impfstoff auch für den Schweizer Markt zugelassen. Noch diese Woche beginnen die ersten Kantone damit, Risikogruppen zu impfen. Kommt mit der Impfung auch ein Stück Normalität zurück?

Ja, meint der ETH-Professor Manfred Kopf im Interview mit "20min.ch". Er gehe davon aus, dass Risikogruppen sowie Pflegepersonal bis April oder Mai geimpft sein werden. Das führe zu einer massiven Entlastung der Spitäler, erklärt der Immunologe. "Sind die 1,5 bis 2 Millionen Personen, die wegen des Alters oder Vorerkrankungen der Risikogruppe angehören, grösstenteils geimpft, werden die Todeszahlen markant zurückgehen. Wir können dann in ein halbwegs normales Leben zurückkehren, weil der Druck auf die Spitäler abnimmt."

Nach Impfung: Weitestgehende Normalität im Herbst?

Manfred Kopf ist zwar optimistisch, dass die Impfung dazu führen werde, dass man derzeitige Restriktionen lockern kann, er warnt aber auch: Es sei noch unklar, ob Geimpfte das Virus nicht trotzdem übertragen können. Solange müsse man weiter eine Maske tragen. Ausserdem "müssen sich für eine Herdenimmunität der Bevölkerung rund zwei Drittel impfen lassen".

Sollte alles nach Plan verlaufen, dann könne man bereits im kommenden Herbst weitestgehend zur Normalität zurückkehren, vermutet der Professor. "Natürlich können immer unvorhergesehene Dinge passieren, wie die Corona-Mutation in Grossbritannien. Noch weiss man nicht gewiss, ob die sehr gute Wirksamkeit der jetzigen Impfstoffe gegen das veränderte Virus abgeschwächt ist."

In diesen Kantonen wird bereits geimpft

Zum Start der Impfung stehen in der Schweiz 107.000 Dosen bereit. Ab dem 23. Dezember beginnen die Kantone Luzern, Zug, Schwyz, Obwalden, Nidwalden, Uri und Freiburg mit der COVID-Impfung. In der kommenden Woche ab dem 28. Dezember folgen dann Basel-Stadt, Genf und Wallis. Die übrigen Kantone legen in den ersten zwei Januarwochen los.

Laut Bundesamt für Gesundheit (BAG) sollen zuerst gefährdete Personen (ohne schwangere Frauen) geimpft werden. Dann folgt Gesundheitspersonal mit Patientenkontakt und Betreuungspersonal besonders gefährdeter Personen. Anschliessend Haushaltsmitglieder von besonders gefährdeten Personen. Danach Personen in Gemeinschaftseinrichtungen mit erhöhtem Infektions- und Ausbruchsrisiko und deren Personal und schliesslich alle anderen Erwachsenen.

Die Impfung von Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren ist derzeit noch nicht vorgesehen, da die nötigen Studiendaten für die Altersgruppen noch fehlen.   © 1&1 Mail & Media/spot on news

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