• Mit dem Impfen geht es in der Schweiz schleppend voran.
  • Jetzt steht zur Debatte, COVID-Genesene vorerst nicht zu impfen.
  • Denn sie haben noch Antikörper im Blut und somit zumindest einen Teilschutz.

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Sollten bereits von COVID-19 Genesene anderen beim Impfstoff den Vortritt lassen? Bei 90 Prozent der Erkrankten sind laut dem Forschungsprogramm Corona Immunitas sechs Monate nach der Infizierung noch immer Antikörper im Blut nachzuweisen; damit entsteht eine Art Immunität gegen COVID-19. Das könnte sich positiv auf die Impfstrategie der Schweiz auswirken. Der Kanton Waadt ist der erste, der bereits Genesene hinten anstellt.

Statt zwei Dosen brauchen Genesene laut einer Empfehlung französischer Gesundheitsbehörden nur eine Impfdosis, um volle Immunität zu erreichen. "Wer sich mit dem Coronavirus infizierte, ist so gut wie einmal geimpft - wenigstens einmal", meint der Ökonom Reiner Eichenberger im Interview mit "20 Minuten". Auch er plädiert dafür, Genesene zu einem späteren Zeitpunkt zu impfen, um sicherzustellen, dass genug Impfstoff für diejenigen da ist, die ihn dringend brauchen.

Langer Weg zur Herdenimmunität

Bisher wurden laut einer Statistik des Bundesamts für Gesundheit (BAG) schweizweit rund 800.000 Impfdosen verabreicht, knapp 260.000 Personen sind bereits vollständig mit zwei Impfdosen geimpft, das sind rund drei Prozent der Gesamtbevölkerung.

Um eine Herdenimmunität im Land zu erreichen, müssen sich etwa sechs Millionen Personen impfen lassen. Wenn im jetzigen Tempo weitergeimpft wird, braucht die Schweiz noch bis Oktober 2022, bis dies der Fall ist. Zum Vergleich: Israel hat planmässig bereits im April dieses Jahres Herdenimmunität erreicht, EU-Länder wie Deutschland oder Österreich allerdings erst in der ersten Hälfte 2023.

Derzeit erhalten alle zwei Impfdosen

Eine gezieltere Impfstrategie könnte dies beschleunigen. Laut Josef Widler, Präsident der Ärztegesellschaft des Kantons Zürich, erhalten derzeit alle Personen zwei Impfdosen - egal, ob genesen oder nie erkrankt. Etwa eine halbe Million Menschen sind nach einer Erkrankung wieder genesen - diese Anzahl an Impfdosen könnte man einsparen.

Die Eidgenössische Kommission für Impffragen (EKIF) sieht das jedoch anders. Die Empfehlung, dass Personen mit COVID-19 nach drei Monaten mit zwei Dosen geimpft werden, gelte für alle, bestätigt EKIF-Präsident Christoph Berger. Denn über die Dauer des Impfschutzes beziehungsweise des Schutzes durch Antikörper im Blut sei derzeit noch nichts bekannt.  © 1&1 Mail & Media/spot on news

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