Die Betten auf den Intensivstationen der Schweiz werden knapp. Laut Bund würden sie nur noch zehn Tage lang ausreichen, wenn sich die Corona-Situation nicht ändert. Baden-Württemberg zeigt sich offen, bei freien Kapazitäten COVID-19-Patienten aufzunehmen.

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"Ich habe leider keine guten Nachrichten", begann Andreas Stettbacher, Delegierter des Bundesrates für den Koordinierten Sanitätsdienst, am Dienstag (27. Oktober) seine Ausführungen zur Auslastung der Spitalbetten in der Schweiz. Beim Point de Presse zur Coronavirus-Situation sagte er, in der Schweiz seien 1.159 Akutbetten mit COVID-19-Patienten belegt, auf den Intermediate-Care-Stationen 162 und auf den Intensivstationen 207 Betten. Insgesamt belegen also 1.528 COVID-19-Patienten Schweizer Spitalbetten.

"Wenn die Entwicklung gleich weitergehen würde und keine Massnahmen in diesem Bereich getroffen würden, würden die Reserven aus heutiger Sicht im Bereich der Akutbetten für 15 Tage reichen, bei den Intermediate-Care-Stationen für elf und bei den Intensivstationen - sollten diese auf 1.400 Intensiv-Plätze ausgebaut werden - für zehn Tage", stellte Stettbacher die Situation in den Spitälern dar.

Der Ausbau der Intensivstationen habe bereits begonnen. "Wir erhalten jetzt Gesuche der Kantone für die Auslieferung von Beatmungsgeräten", sagte er. Auf die Nachfrage, ob Ärzte entscheiden müssten, wer ein Bett zugeteilt bekomme und wer nicht, antwortete er: "Flächendeckend wäre das in 14 Tagen der Fall, wenn wir die Kurve nicht biegen können. Lokal könnte es schon früher Engpässe geben." Eingriffe, die nicht dringend nötig seien, könnte der Bundesrat den Spitälern im Notfall verbieten.

Entlastung der Schweizer Intensivbetten durch Verlegungen von COVID-19-Patienten ins Ausland

Es stehe ausserdem zur Debatte, ob das Pflegepersonal wieder länger arbeiten sollte. Dazu laufen derzeit Gespräche mit den Sozialpartnern, wie Boris Zürcher, Leiter der Direktion für Arbeit beim Staatssekretariat für Wirtschaft, ausführte. "Die wöchentliche Arbeitszeit könnte um höchstens vier Stunden erhöht werden", sagte er.

Nachbarländer wie Deutschland oder Italien sind derzeit noch nicht so stark betroffen wie die Schweiz. Für Entlastung könnten deswegen auch Verlegungen von COVID-19-Patienten sorgen. Das Bundesland Baden-Württemberg zeigte sich bereits offen für Hilfe im Notfall. "Wir überprüfen derzeit die zugewiesenen Kapazitäten", erklärte ein Sprecher des Staatsministeriums laut "20min.ch".

Offizielle Abmachungen zwischen Nachbarländern und Schweiz seien bisher nicht getroffen worden. SP-Gesundheitspolitikerin Yvonne Feri plädierte darum dafür, dass der Bundesrat das Gespräch mit den Nachbarländern suchen solle. "Solange sie Kapazitäten haben, könnte das einen Engpass abfedern", sagte sie. Ähnlicher Meinung ist auch Jörg Mäder: "Die Gesundheit geht vor, da spielen Landesgrenzen keine Rolle", erklärte der GLP-Nationalrat.  © 1&1 Mail & Media/spot on news

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