Hier ein Restaurantbesuch, dort ein Abend im Kino – und überall werden die Kontaktdaten hinterlassen. Mal per Zettel, mal per App. Die Nachverfolgung ist schwierig. Doch das Bundesamt für Gesundheit scheint von einer einheitlichen Lösung weit entfernt zu sein.

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In 14 der 21 Schweizer Kantone besteht im Gastronomiebetrieb ein Kontaktdaten-Ob­ligatorium. Wie die Wirte dieses durchführen, ist ihnen überlassen. Fakt ist jedoch: Es funktioniert nicht.

Manche Gäste übersehen die dafür ausgelegten Zettel, andere machen falsche Angaben und wieder andere sind von der Fülle der angebotenen Check-in-Apps einfach nur genervt. Es stellt sich die Frage: Geht das nicht einfacher?

Eine App reicht meist nicht aus

Wer einen Gastronomiebetrieb besucht, muss vielerorts seine Daten hinterlassen, um im Fall einer Corona-Infektion ein lückenloses Contact Tracing zu ermöglichen. In sieben Kantonen gilt dies zudem auch für Kinos, Konzerte und Sportveranstaltungen.

Da sich die Datenerfassung mit Stift und Papier im digitalen Zeitalter allerdings als zeitfressend herausstellt und einen wesentlich höheren administrativen Aufwand für die Betreiber bedeutet, könnten digitale Check-ins die Lösung sein.

Das Problem: Noch gibt es in der Schweiz kein einheitliches System. Wird in einem Wirtshaus etwa die eine App verwendet, müssen Gäste für den Eintritt in das nächste erst noch eine andere App auf ihrem Smartphone installieren.

Ein einheitliches System muss her

Nicht nur für die Gäste stellt die Vielzahl an verfügbaren Check-in-Apps ein lästiges Problem dar. Auch für die kantonalen Contact Tracer wird sie zur Herausforderung.

Die Lösung, um das vorherrschende Kontaktdaten-Wirrwarr in den Griff zu bekommen: Eine beschränkte Anzahl an Apps, die schweizweit durchgesetzt werden. Am besten zentral verwaltet.

Doch davon scheint das Bundesamt für Gesundheit (BAG) nichts wissen zu wollen, wie "blick.ch" nun berichtet. Dabei war es BAG-Chef Pascal Strupler, der das Kontaktdaten-Ob­ligatorium in den Kantonen durchsetzte.

Um eine einheitliche Lösung zu präsentieren, müsse offenbar erst ein neues Gesetz ausgearbeitet werden, heisst es.  © 1&1 Mail & Media/spot on news

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