• Impfstoff lagern oder weiter verimpfen?
  • Die Impfstrategie in der Schweiz sorgt nach wie vor für Verwirrung.
  • Während einige Kantone die Dosen für eine Zweitimpfung lagern, setzen andere ihre Erstimpfungen fort.
  • Die Politik fordert jetzt eine nationale Koordination.

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Die Impfkampagne der Schweiz wirft weiter Fragen auf. Während Swissmedic aktuell dazu rät, ausreichend Impfstoff zu lagern, um für die Erstgeimpften die zweite Dosis sicherzustellen, empfiehlt Swissnoso-Präsident Andreas Widmer, jetzt sämtlichen Impfstoff zu nutzen, um schnell eine Herdenimmunität aufzubauen. Die Kantone gehen unterschiedlich vor.

Luzern und Wallis lagern ihren Impfstoff

Luzern richtet sich etwa nach der Strategie von Swissmedic und lagert seinen Impfstoff. Bedeutet: Von jeder Lieferung wird etwa die Hälfte zurückgehalten, um pünktlich eine Zweitimpfung parat zu haben. Dieses Vorgehen werde derzeit geprüft und unter Umständen angepasst, "wenn der Bund seine Strategie ändert oder die Impfstofflieferungen regelmässig in grossen Mengen eintreffen", verrät David Lürr, Leiter der Dienststelle Gesundheit und Sport, dem Nachrichtenportal "20min.ch".

Gleichermassen geht auch der Kanton Wallis vor: "Das BAG empfiehlt, die zweite Dosis zu verimpfen, ohne allzu lange zu warten. Um das sicherzustellen und auch wie von Swissmedic empfohlen, lagern wir genug Impfdosen, damit wir sicher für alle die Zweitimpfung garantieren zu können", sagt Nicolas Triollet, stellvertretender Kantonsarzt.

Zürich und Schwyz impfen weiter

Andere Kantone planen jedoch bereits mit den vom Bundesrat versprochenen Lieferungen und sehen von einer Lagerung ab, darunter Zürich. Dem Kanton stehen allein im April rund 330.000 Impfungen zur Verfügung. Auch in Schwyz wird zum Teil auf eine Lagerung verzichtet. "Wir verimpfen derzeit etwa 80 Prozent des gelieferten Impfstoffes, denn wir wissen, dass wir bald sehr viel mehr Impfstoff erhalten werden. Eine unnötige Lagerung macht für uns daher keinen Sinn", heisst es von der Schwyzer Kantonsapothekerin Regula Willi-Hangartner.

GLP fordert "nationale Koordination"

Die GLP hält jedoch nichts davon, dass die Kantone unterschiedliche Strategien verfolgen. "So bleibt unnötig viel Impfstoff in Lagern. Kleine Kantone könnten problemlos den ganzen Impfstoff verimpfen. Sollte es zu Lieferschwankungen kommen, könnte das durch die grösseren Kantone ausgeglichen werden", sagt Nationalrat Martin Bäumle.

Würden aber weder der Bund noch die Kantone Dosen für die Zweitimpfungen zurückhalten, könne es bei Lieferverzögerungen zu Problemen kommen. Deshalb fordert Bäumle eine nationale Koordination: "Beim Impfen zählt jeder Tag. Der Bund muss sicherstellen, dass schweizweit so viele Erstimpfungen wie nur möglich gemacht werden, ohne dass allfällige Lieferzögerungen gleich die ganze Impfstrategie gefährden."  © 1&1 Mail & Media/spot on news

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