• Christian Drosten zieht sich aus einer Kommission zur wissenschaftlichen Beurteilung der staatlichen Corona-Beschränkungen in Deutschland zurück.
  • Das hat Gesundheitsminister Lauterbach am Donnerstag auf Twitter mitgeteilt.
  • Lauterbach bedauerte den "schweren Verlust".

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Der Virologe Christian Drosten zieht sich aus einer Kommission zur wissenschaftlichen Beurteilung der staatlichen Corona-Beschränkungen in Deutschland zurück. Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) twitterte am Donnerstag, Drosten habe ihm leider mitgeteilt, dass er die Auswertung des Infektionsschutzgesetzes für die Bundesregierung und das Parlament nicht weiter begleite. "Das ist ein schwerer Verlust, weil niemand könnte es besser." Der Leiter des Instituts für Virologie an der Charité Berlin bleibt aber Mitglied des Corona-Expertenrats der Bundesregierung.

Der Bundestag hatte im Infektionsschutzgesetz festgelegt, dass es eine externe Evaluation der Vorgaben im Rahmen der mehrere Monate lang geltenden epidemischen Lage von nationaler Tragweite geben soll. Dafür war ein Sachverständigenausschuss eingesetzt worden, der laut Gesetz bis zum 30. Juni einen Bericht vorlegen soll. Dem Gremium gehören Wissenschaftler verschiedener Fachrichtungen an.

Christian Drosten, Bundesversammlung, Paul-Löbe-Haus, Berlin, Bundespräsident, Wahl, 2022

Christian Drosten geht bezüglich der neuen Corona-Subtypen gegen "Nonsens" vor

Der bekannte Virologe Christian Drosten äussert sich zu den neuen Subtypen des Coronavirus, die bereits in Südafrika vorherrschen: BA.4 und BA.5 seien keine Abkömmlinge der Variante BA.1 und in ihrer Gefährlichkeit noch schwer einschätzbar. Drosten stört sich diesbezüglich an dem "Nonsens", der "in den vergangenen Wochen verbreitet" worden sei. (Teaserbild: picture alliance / photothek / Florian Gärtner)

Eine Charité-Sprecherin bestätigte auf Anfrage, dass Drosten dem Ausschuss seinen Rückzug mitgeteilt hat. Er sei zu der Überzeugung gelangt, dass Ausstattung und Zusammensetzung nicht ausreichten, um eine wissenschaftlich hochwertige Evaluierung gewährleisten zu können. Darüber hinaus seien in den vergangenen Wochen wiederholt und in umfangreicher Form Inhalte der Beratungen zum Gegenstand einer irreführenden und falschen Berichterstattung geworden. "Dies steht aus Sicht von Prof. Drosten einer konstruktiven, zielgerichteten Zusammenarbeit im Gremium entgegen." Schliesslich seien die Mitglieder an strikte Vertraulichkeit gebunden. (pak/dpa)