• Offenbar wollen sich in der Schweiz einige Menschen freiwillig mit dem Coronavirus infizieren.
  • Dadurch können sie eine Impfung umgehen und dennoch ein COVID-Zertifikat abstauben.
  • Ein Experte warnt nun eindringlich vor diesem Trend.

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Absichtlich mit dem Coronavirus anstecken, scheint ein neuer Trend zu sein. Vor allem jüngere Menschen scheinen nur wenig Angst vor der Krankheit zu haben – und einige wehren sich gegen Impf-Druck auf die Schweizer Bürgerinnen und Bürger.

So erklärte ein anonymer Leser "20min.ch", dass er sich eigentlich impfen lassen würde. "Aber der Druck, der während dieser ganzen Pandemie von Medien und Staat auf einen niederprasselt, lässt eine Verweigerungshaltung in mir wachsen."

Lieber mit COVID-19 infizieren als sich impfen lassen

Er habe immer an die Selbstbestimmung über den eigenen Körper geglaubt. Doch wenn der Staat ihn durch die Ausweitung des COVID-Zertifikats sozial isoliere, "bleibt mir keine andere Wahl, als mich anstecken zu lassen, um an ein solches Zertifikat zu kommen".

Auch in seinem Umfeld würden viele diese Einstellung vertreten. Es gehe den meisten nicht um den Impfstoff, "sondern um den Zwang für etwas, über das jeder selber entscheiden sollte und bei dem es Ansichtssache ist, ob es schlimm ist oder nicht". Auf Social Media suchen laut der Zeitung User sogar gezielt nach Corona-Infizierten, um sich anzustecken und damit ein Zertifikat zu bekommen.

Experte warnt vor einer absichtlichen Ansteckung

Doch sich absichtlich mit dem Coronavirus zu infizieren, ist laut Jürg Utzinger, Direktor des Schweizerischen Tropen- und Public Health-Instituts, überaus gefährlich – auch für junge Menschen. "Eine Ansteckung bringt immer ein Risiko mit sich, das nicht kontrollierbar ist", stellte der Mediziner im Gespräch mit "20min.ch" klar. Leide jemand unter einem schweren COVID-19-Verlauf, gebe es keine wirksamen Medikamente.

"Steckt sich jemand absichtlich an und erleidet dann einen schweren Verlauf, muss er oder sie mit einer Hospitalisierung und im schlimmsten Fall mit dem Tod rechnen", warnte Utzinger. Zusätzlich bestehe noch das Risiko von Long COVID. Deshalb sei dieses Vorgehen "schlicht nicht verantwortbar". Deshalb appellierte der Experte, sich nicht absichtlich mit dem Virus anzustecken. "Mit der Impfung steht jedem und jeder eine weitaus sicherere Option zur Verfügung, sich zu schützen." Das Risiko-Nutzen-Verhältnis spreche klar für die Corona-Impfung.

"Ansteckungs-Events" können schwerwiegende Folgen haben

Zudem könne niemand auf solchen "Ansteckungs-Events" mit Sicherheit sagen, ob sich er oder sie mit dem Virus angesteckt habe. "Und dass dann tatsächlich sämtliche Teilnehmerinnen und Teilnehmer sich konsequent 14 Tage in Isolation begeben, scheint mir unrealistisch." Infizierte Personen, die keine Symptome aufwiesen, würden sich mit anderen Personen treffen. Damit sei ein "Superspreader-Event nicht ausgeschlossen".

Am Mittwoch (8. September) könnte der Bundesrat darüber entscheiden, ob die Zertifikatspflicht ausgeweitet wird. Das bedeutet, dass Personen ab 16 Jahren nicht mehr nur für Diskos genesen, geimpft oder getestet sein müssen, sondern auch für das Betreten von Restaurants, bei Veranstaltungen im Innenbereichen sowie bei privaten Events wie Hochzeiten.  © 1&1 Mail & Media/spot on news

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