• Gesundheitsminister Alain Berset zerstört die Hoffnung auf eine baldige Lockerung der Corona-Auflagen.
  • In einer Medienkonferenz am Mittwoch deutete er an, den derzeitigen Lockdown in der Schweiz bis Ende Februar zu verlängern.
  • Das stösst bei einigen Parteien auf Kritik.

Mehr aktuelle News finden Sie hier

Muss die Schweiz mit einer Verlängerung des Lockdowns rechnen? Am Mittwoch (3. Februar) hat der Bundesrat zwar über eine Lockerungsstrategie diskutiert, auf ein klares Ergebnis habe man sich jedoch nicht einigen können. "Der Bundesrat hat festgestellt, dass wir mit einem echten Dilemma umgehen müssen", sagte Gesundheitsminister Alain Berset bei der Medienkonferenz.

Die Zahl der Neuinfektion sei gesunken, jedoch bereite die neue, viel ansteckendere Corona-Mutation den Politikern Sorgen. "Wir haben es mit einer Pandemie in der Pandemie zu tun", sagte Berset. In mehreren Kantonen sei der R-Wert durch die Mutante bereits wieder über eins gestiegen und man müsse mit einer Steigerung der Fallzahlen rechnen. Berset lehnt eine Öffnung im Februar deshalb ab: "Grossflächige Lockerungen Ende Februar sind nicht realistisch." Am 17. Februar kommt der Bundesrat für eine erneute Beratung zusammen.

SVP und FDP fordern Ende des Lockdowns

Das trifft bei der SVP und im Gewerbe auf Enttäuschung. "Eine Verlängerung des Lockdowns Ende Februar muss unbedingt vermieden werden", wird FDP-Nationalrat Marcel Dobler von "20min.ch" zitiert. Die geschlossenen Läden würden zu viel wirtschaftlichen Schaden davontragen. Dobler halte zumindest eine Öffnung Mitte Februar für sinnvoll. "Dann kann man beobachten, wie sich die Ansteckungen entwickeln." Wenn die Fallzahlen nicht ansteigen, könne man im März Restaurants wieder vollständig öffnen. Darüber hinaus fordert er, dass ab März die Entscheidung wieder den Kantonen obliegt. Eine klare Ausstiegsstrategie sei jetzt notwendig.

"Der Bundesrat kann das Volk nicht länger einsperren", wütet SVP-Fraktionschef Thomas Aeschi. Der Bundesrat habe "null Evidenz", dass es in den Betrieben zu vielen Ansteckungen gekommen sei. Die Schutzkonzepte würden funktionieren, die Bürger würden sich an die Auflagen halten. Die Partei setze den Bundesrat künftig weiter unter Druck, damit Läden, Restaurants und Fitnessstudios bald wieder öffnen können.

Linke, SP, Grüne und Mitte stehen hinter dem Bundesrat

Linke und SP unterstützen den Bundesrat. "Ich verstehe das Dilemma. Wir müssen aufpassen, dass wir nicht denselben Fehler machen wie im Herbst und vorschnell Öffnungen beschliessen", findet SP-Nationalrätin Barbara Gysi. "Wenn man jetzt zu schnell öffnet, sind wir vielleicht in wenigen Wochen an einem Punkt, an dem wir mit noch stärkeren Massnahmen reinfahren müssen."

Stattdessen rate Gysi dazu, die Kontakte noch stärker zu reduzieren und abzuwarten. "Ich sehe, dass immer noch Leute nicht im Homeoffice arbeiten, die es könnten." Viele Sitzungen fänden noch immer vor Ort statt. Die Grünen pflichten der SP bei und raten zur Geduld.

"Ich weiss, dass es nicht einfach ist, aber die Leute müssen jetzt geduldig sein und abwarten, ob die Massnahmen reichen", sagt Grünen-Nationalrätin Katharina Prelicz-Huber. Allerdings sollten Schulschliessungen und Ausgangssperren vermieden werden.

Die Mitte sehe vor allem Hoffnung, sofern es beim Impfen, Testen und der Rückverfolgung der Viren schneller vorangehe. "Damit die Fallzahlen weiter sinken, ist es wichtig, dass wirklich sämtliche Einreisende am Flughafen einen negativen Corona-Test vorweisen", empfiehlt ausserdem Mitte-Nationalrätin Ruth Humbel.  © 1&1 Mail & Media/spot on news

Südafrika geht der Platz für die Corona-Toten aus: Leichen kommen in Schiffscontainer

Ein einziges Land auf dem afrikanischen Kontinent weist beinahe die Hälfte aller registrierten Infektionen des Erdteils mit dem Coronavirus auf: Südafrika. Die Dramatik der Situation symbolisieren Schiffscontainer, die den Beerdigungsunternehmern inzwischen als Leichenhallen dienen.