Seit 17. November gilt in Österreich wieder ein harter Lockdown. Die Schweiz steht dem skeptisch gegenüber: Man ist sich einig, dass eine erneute Abriegelung nicht der Weg zum Ziel ist.

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Seit Dienstag steht in Österreich wieder alles still, der neue Lockdown gilt für drei Wochen. Die Hoffnung? Dass die Menschen Weihnachten nicht in Isolation verbringen müssen.

Besonders im Handel sind die Auswirkungen gross, das Weihnachtsgeschäft verlagert sich nun zum Teil ins Internet. Das sei bedauerlich, sagt die Marketingleiterin vom Messepark Dornbirn, Eva Voit, im Gespräch mit SRF. "Der Handel hat sich gerüstet, und dann kommt der Lockdown, das ist natürlich bitter."

Die Tourismusbranche glaubt ebenfalls nicht an eine normale Wintersaison. "Es geht jetzt wirklich darum, mit diesem Lockdown zu retten, was noch zu retten ist", erklärt Christoph Jenny, Direktor der Wirtschaftskammer Vorarlberg.

Zwar sind die Zahlen der Infektionsfälle in der Schweiz und in Österreich lange Zeit ähnlich verlaufen. In den vergangenen 14 Tagen aber schossen die Corona-Fälle im Nachbarland regelrecht in die Höhe, während sich in der Schweiz ein Trend nach unten zeigt.

Warnung vor Jo-Jo-Effekt nach dem Lockdown

In der Schweiz ist man daher der Ansicht, auf dem richtigen Weg zu sein. So ist etwa Rudolf Minsch, Chefökonom von Economiesuisse, überzeugt, dass der Bundesrat die "richtige Stossrichtung" gewählt habe. Ein Lockdown hingegen sei sogar kontraproduktiv.

"Er würde nur für Unmut sorgen und schlimmstenfalls zur Folge haben, dass sich die Leute gar nicht mehr an die Massnahmen halten", ist sich Minsch sicher. Ein weiteres Problem sei ein möglicher Jo-Jo-Effekt. Nach einem Lockdown würden die Menschen wieder alles tun, was zuvor nicht gestattet war, etwa Leute treffen oder feiern. Minsch spricht von einem "Kompensationsbedürfnis".

Ähnlich sieht das auch Virginie Masserey vom Bundesamt für Gesundheit (BAG). Auch sie warnt vor einem Jo-Jo-Effekt. Zwar könne man die Fallzahlen mit einem Lockdown massiv reduzieren, man riskiere aber, "dass die Epidemie wieder zurückkehrt, sobald man ihn wieder öffnet". Denn das Virus sei nicht verschwunden, sondern immer noch da.

Wirtschaft und Regierung sind einer Meinung, was den Schweizer Weg angeht. Die Bevölkerung muss sich dafür aber strikt an die Massnahmen halten © 1&1 Mail & Media/spot on news