• Ab dem 31. Mai werden in der Schweiz zahlreiche Corona-Massnahmen gelockert.
  • Alle Neuerungen im Überblick.

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In der Schweiz gehen die Corona-Zahlen zurück. Am 28. Mai meldete das Bundesamt für Gesundheit (BAG) 912 Neuinfektionen. Deshalb hat der Bundesrat am 26. Mai neue Lockerungen der Massnahmen beschlossen, wie er in einer Pressemitteilung bekannt gab.

Am heutigen Montag (31. Mai) treten die neuen Regelungen in Kraft, die vor allem die Bereiche Veranstaltungen, private Treffen und Restaurants betreffen. Ein Überblick über die wichtigsten Veränderungen.

In Restaurants darf die Innengastronomie wieder aufgenommen werden. Maximal vier Personen dürfen an einem Tisch Platz nehmen, im Aussenbereich sind es sechs. Am Platz dürfen die Masken abgenommen werden. Alle Gäste müssen ihre Kontaktdaten hinterlassen. Die Sperrstunde zwischen 23:00 Uhr und 6:00 Uhr ist aufgehoben.

Private Treffen und Veranstaltungen

Im Privaten dürfen sich nun maximal 30 Personen in Innenräumen treffen. Im Freien sind es sogar 50. Bei besonderen Anlässen, wie eine Hochzeit, dürfen in nicht-privaten Räumlichkeiten bis zu 50 Personen zusammenkommen.

100 Personen dürfen an Veranstaltungen in Innenräumen teilnehmen, 300 im Freien. Ab heute darf die Raumkapazität zur Hälfte ausgenutzt werden. Das gilt ebenfalls für religiöse Zusammenkünfte. Für Menschenansammlungen im öffentlichen Raum gelten dagegen keine Einschränkungen mehr.

Sport, Wellness und Homeoffice

Amateursport ist mit einer Gruppe von bis zu 50 Personen erlaubt. "Kontaktsport wie Paartanz oder Schwingen ist in Innenräumen ohne Maske nur in beständigen Gruppen von vier Personen erlaubt", heisst es. Für Laienkultur gelten dieselben Regeln. Chorkonzerte sind im Freien erlaubt und Thermalbäder sowie Wellnesseinrichtungen dürfen wieder öffnen.

Die Beschränkung der Kapazität an Hochschulen ist für Präsenzveranstaltungen aufgehoben. Allerdings ist ein Testkonzept sowie eine Erlaubnis des jeweiligen Kantons Pflicht. Testet ein Betrieb regelmässig seine Mitarbeiter, wird die Homeoffice-Pflicht in eine Empfehlung umgewandelt.

Neue Quarantäneregeln

Von der Reise- und Kontaktquarantäne sind Genese für sechs Monate befreit. Auch Geimpfte sind sechs Monate von den Quarantäneregeln sowie der Testpflicht ausgenommen. Ist jemand vollständig geimpft, hat also die erste und zweite Dosis erhalten, muss er oder sie bei der Einreise keine Kontaktdaten mehr hinterlassen. Ausnahme: Geimpfte Reisende kommen aus Ländern mit besorgniserregenden Virusvarianten.

Vor der Sommerpause des Bundesrates ist ein weiterer, grösserer Öffnungsschritt geplant. Am 11. Juni will der Bundesrat das Lockerungspaket in Konsultation schicken und am 23. Juni darüber entscheiden. Die neuen Regeln sollen dann ab dem 1. Juli gelten.

Macht die indische Corona-Variante einen Strich durch die Rechnung?

Doch die Corona-Variante, die zuerst in Indien nachgewiesen wurde, könnte die Öffnungsschritte gefährden. So mussten beispielsweise britische Städte Lockerungen zurücknehmen, da sich die Mutation stark ausbreitete. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist die Variante ansteckender und möglicherweise resistenter gegenüber Antikörpern.

Auch die Schweiz ist vor einer rasanten Ausbreitung der Mutation nicht gefeit: "Es ist durchaus denkbar, dass sich die indische Variante auch bei uns ausbreitet – so wie vor einigen Monaten die britische Variante", wird Andreas Cerny, Infektiologe am Moncucco-Spital in Lugano, von "20min.ch" zitiert.

Es sei ein Wettlauf gegen die Zeit: "Je schneller wir impfen, desto weniger Probleme haben wir in den nächsten Monaten." Rund drei Millionen Menschen haben bislang in der Schweiz eine Impfung erhalten. Der Schutz gegen die indische Mutation sei laut ersten Daten aus Grossbritannien nach der vollständigen Impfung leicht vermindert, sagte Cerny. Allerdings seien die Daten noch nicht sehr solide. "Deshalb sollten wir vorsichtig sein und die neuen Freiheiten massvoll nutzen." In der Schweiz wurde die indische Mutation bisher rund 40-mal nachgewiesen.  © 1&1 Mail & Media/spot on news