• Geimpfte in Israel geniessen in der Corona-Pandemie mit einem "Green Pass" nun mehr Vorzüge.
  • Für sie sind etwa Restaurantbesuche oder Training im Fitnessstudio wieder möglich.
  • Eine Studie legt nahe, dass Geimpfte mit dem Biontech/Pfizer-Impfstoff nicht mehr ansteckend sind.
  • Kommt eine "Green Pass"-Regelung nun auch in der Schweiz?

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Wer mit dem Impfstoff von Pfizer und Biontech geimpft wurde, ist wohl nicht mehr ansteckend: Er schützt zu etwa 90 Prozent vor einer Weitergabe des Coronavirus. Das ergab eine Studie der israelischen Regierung. Ist damit eine Rückkehr zum normalen Leben vor Corona denkbar?

Die Impfkampagne in Israel gilt als sehr erfolgreich: Über vier Millionen Menschen der neun Millionen Einwohner haben laut dem israelischen Gesundheitsministerium bereits eine Corona-Impfdosis erhalten. Am Sonntag (21. Februar) hat das Land auch seine Massnahmen gelockert. Geimpfte und Personen, die nach einer COVID-19-Erkrankung wieder genesen sind, erhalten mehr Freiheiten. Ab sofort dürfen sie wieder Fitnessstudios, Hotels, Theater und Restaurants besuchen.

In der Schweiz sollen laut Plan des Bundes bis zum Juni alle Impfwilligen eine Impfung erhalten. Ab diesem Zeitpunkt unterstütze Ruth Humbel, Präsidentin der Gesundheitskommission des Nationalrats, auch hierzulande die Einführung eines "Green Pass".

Denn die Einschränkung der Freiheitsrechte sei bei einer hohen Durchimpfung nicht mehr verhältnismässig, zitiert "20min.ch" die Nationalrätin. "Statt noch bis im Sommer alles verboten zu lassen, sollte für Personen mit einem 'Green Pass' der Besuch von Fussballmatches, Clubs, Openairs und Festivals wieder möglich sein", fordert Humbel. Die COVID-App könnte etwa um einen Immunitätsausweis erweitert werden.

Isolation oder Quarantäne für Geimpfte wäre "verfassungswidrig"

Ähnlicher Meinung ist auch FDP-Ständerat Andrea Caroni. Sobald klar sei, dass Geimpfte nicht mehr ansteckend seien, "wäre es verfassungswidrig, geimpfte Personen mittels Isolation oder Quarantäne einzusperren", sagt er.

Auch Hans-Ulrich Bigler, Direktor des Schweizerischen Gewerbeverbands (SGV), unterstützt Erleichterungen für Geimpfte ab einem bestimmten Durchimpfungsgrad. "Geimpfte machen ja aktiv etwas für den Gesundheitsschutz", lautet seine Erklärung.

Um wieder zur Normalität zurückzukehren, komme der Bund laut Andreas Faller, Ex-Vizedirektor des Bundesamts für Gesundheit (BAG), nicht "um einen fälschungssicheren elektronischen Impf- und Testnachweis" herum. Schon jetzt müssten dafür die technischen und rechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden. Der Nachweis und die damit verbundenen Freiheiten seien eine indirekte Impfmotivation.

Kommt ein "Green Pass" einem Impfzwang gleich?

SP-Nationalrätin Yvonne Feri äussert jedoch ihre Skepsis zum "Green Pass". "Erleichterungen für Geimpfte kommen einem Impfzwang gleich", erklärt Feri. Es dürfe im Alltag keine Nachteile für Menschen geben, die sich aus ethischen Gründen oder aus Angst nicht impfen lassen wollten.

Dieser Meinung ist auch Epidemiologin Nicole Probst-Hensch. Sie halte es für problematisch, "wenn der Staat vorschreiben würde, dass Veranstalter Tests und Impfungen verlangen". Auch sie zieht den Vergleich mit einem "Impfzwang".

"Solange noch nicht alle Bürger die Möglichkeit für eine Impfung erhalten haben, rutschen wir bei solchen Erleichterungen schnell in eine soziale Ungerechtigkeit", erläutert Probst-Hensch weiter. Es sei ausserdem noch nicht klar, "ob geimpfte Personen auch gegen die Mutationen immun sind". Zudem brauche es mehr Evidenz zu Impfstoffstudien, ob Geimpfte wirklich nicht ansteckend seien.  © 1&1 Mail & Media/spot on news

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