• Mit den Lockerungsschritten geht es in der Schweiz zügig voran.
  • Fast alle Aktivitäten sind inzwischen - teilweise mit Einschränkungen - wieder möglich.
  • Gibt es auch Risiken bei der zurückgewonnenen Freiheit?

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Der Bundesrat hat am Mittwoch (27. Mai) weitere Öffnungsschritte angekündigt. Dieser vierte Öffnungsschritt in der Corona-Pandemie soll "grösser als geplant" werden, heisst es in einer Medienmitteilung. Fast alle Aktivitäten, darunter private Treffen mit bis zu 50 Personen, Restaurantbesuche und Veranstaltungen mit bis zu 300 Personen, sind ab kommenden Montag (31. Mai) wieder erlaubt. Doch die schnellen Lockerungen kommen auch mit Risiken daher. Kritik kommt etwa vonseiten der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK).

Die GDK mahnt laut "blue News": "Die Öffnung der Innenbereiche von Restaurants ist mit Risiken verbunden." Auch die Erhöhung der Limite für private Treffen berge aus Gesundheitssicht Risiken für das Infektionsgeschehen. Es sei weiterhin entscheidend, Verhaltensregeln wie das Tragen von Masken oder Mindestabstand einzuhalten.

Welche Lockerungen sind besonders risikoreich?

Heikel können die Lockerungen besonders dort werden, wo es keine Schutzkonzepte und Kontrollen gibt, etwa im privaten Bereich, meint der SRF-Wissenschaftsredaktor Daniel Theis. Auch beim Amateursport und der Laienkultur, wo ab kommender Woche wieder 50 Personen erlaubt sind, gebe es durchaus ein Ansteckungspotenzial, falls dort die Menschen ohne Schutzmassnahmen nahe beieinander sind.

Das geringste Problem sieht der promovierte Mikrobiologe im Kino, da dort eine Maskenpflicht herrsche und nicht gesprochen werde. Im Theater oder bei bestuhlten Konzerten sei das schon anders: Dort wird gesungen oder auch Blasinstrumente gespielt. Da könne man sich durchaus vorstellen, dass von Schauspielerinnen und Schauspielern, Musikerinnen und Musikern ein Ansteckungspotenzial ausgeht.

Restaurantbesuche ordnet Daniel Theis als Zwischending ein: weniger heikel als private Veranstaltungen, aber ein höheres Risiko als im Kino. Im Restaurant fällt die Maskenpflicht am Tisch weg, daher gebe es "je nachdem, wer noch mit am Tisch sitzt", durchaus ein Ansteckungsrisiko.

Sind Grossveranstaltungen sicher?

Ab Ende August sollen auch Grossveranstaltungen mit tausenden Personen für Geimpfte, Genesene und Getestete wieder möglich sein. Daniel Theis geht hier davon aus, dass diese Veranstaltungen relativ sicher und risikofrei über die Bühne gehen werden. "Diese Veranstaltungen werden mit Netz und doppeltem Boden durchgeführt werden", erklärt er.

Erste Erfahrungen aus dem Ausland, wo nur Menschen Zutritt hatten, die bereits geimpft, genesen oder negativ getestet waren, zeigen, dass das Konzept funktioniert. Das Ansteckungsrisiko war -selbst ohne Maskenpflicht - bei solchen Veranstaltungen sehr gering.   © 1&1 Mail & Media/spot on news

Studie zeigt: Neuinfektionen nur bei 0,01 Prozent der Geimpften

Die Quote der Corona-Neuinfektionen liegt bei vollständig geimpften Menschen bei lediglich 0,01 Prozent. Das legt eine am Dienstag veröffentlichte CDC-Studie nahe.Vorschaubild: imago/NurPhoto