• Wer Symptome einer COVID-19-Erkrankung verspürt, sollte sich testen lassen.
  • Und auch Personen ohne Symptome können das Virus in sich tragen.
  • Experten fordern Massentests - und der Bund zieht nach.

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Auch Personen ohne typische Symptome einer COVID-19-Erkrankung können das Coronavirus in sich tragen. Um ebenjene Patienten ausfindig zu machen, plant der Bund mehr Tests als bisher. Das berichtet das SRF. Demnach habe der Bundesrat eine entsprechende Verordnungsänderung bei den Kantonen in die Vernehmlassung aufgenommen.

Kantone sollen in Zukunft Tests im Umfeld von besonders gefährdeten Personen anordnen können. Dabei will der Bund in bestimmten Fällen auch die Kosten für Tests von asymptomatischen Personen übernehmen. Die neue Teststrategie soll in den kommenden Tagen bekannt gemacht werden.

"Ich denke, gezielte Massentests sind durchaus sinnvoll, um positive Personen, die keine Symptome zeigen, frühzeitig zu entdecken, sie in Isolation zu nehmen und so Übertragungsketten zu stoppen", sagt die Berner Kantonsärztin Linda Nartey im Gespräch mit SRF.

Speicheltests statt Nasen-Rachen-Tests: Grosses Potential bei Massenanwendungen

Im Kanton Bern wurden bereits Massentests durchgeführt. So sollten sich etwa Ferienrückkehrer testen lassen. Auch zwei Schüler, die im Skiurlaub in Wengen waren, liessen sich auf das Coronavirus testen, obwohl sie keine Symptome aufwiesen. Die beiden waren in der Folge jedoch positiv – 100 Mitschülerinnen und Mitschüler mussten daraufhin in Bremgarten in Quarantäne, in einem nächsten Schritt fast 300 Personen.

Auch in anderen Kantonen sind Massentests bereits an der Tagesordnung, etwa wenn ein positiver Fall im Umfeld eines Altersheims auftritt. Die meisten Tests führt derzeit der Kanton Graubünden durch. Dort soll nun auch systematisch in Schulen und Betrieben getestet werden, unter anderem mit Speicheltests.

Laut Virologin Alexandra Trkola, die diese Tests mit ihrem Team entwickelt hat, seien diese fast genauso zuverlässig wie Nasen-Rachen-Tests und ausserdem günstiger.

Der Unterschied sei, dass man statt des Abstriches in ein Röhrchen spucke. Der anschliessende Nachweis im Labor funktioniere auf die gleiche Weise. Trkola attestiert den Speicheltests grosses Potential, gerade auch bei Massenanwendungen. "Speziell bei Kindern ist es einfacher, mit Speicheltests zu testen, denn spucken kann jeder", erklärt die Virologin. Die Tests könnten zudem auch von Personen vorgenommen werden, die nicht medizinisch geschult sind.  © 1&1 Mail & Media/spot on news

Flugpassagiere aus London in Hannover gestoppt - Warten auf Tests

Aus Sorge wegen der in Grossbritannien aufgetauchten neuen Variante des Coronavirus hat die Region Hannover die Einreise für 63 Passagiere eines Flugs aus London gestoppt. Bis zum Vorliegen des Corona-Testergebnisses müssten die Passagiere auf dem Flughafengelände bleiben, sagte eine Regionssprecherin am Sonntagabend. Sie rechne damit, dass die Ergebnisse am Montag vorliegen, das stehe aber nicht fest. Nach Angaben des Flughafens Hannover wurden im Terminal D Feldbetten aufgebaut, die Passagiere werden dort auch verpflegt. (Bild: picture alliance/dpa/Moritz Frankenberg)