Die meisten Corona-Infektionen geschehen in Discos, Clubs, Bars und Restaurants. Das beweisen Zahlen, die das Bundesamt für Gesundheit nun vorlegte. Sie umfassen den Zeitraum der vergangenen zwei Wochen.

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In den vergangenen zwei Wochen steckten sich die meisten Menschen im Ausgang mit dem Coronavirus an. Das beweisen Zahlen, die das Bundesamt für Gesundheit (BAG) nun zusammenstellte.

Coronavirus: Viele Ansteckungsorte sind unbekannt

Auf Anfrage des SRF präsentierte das BAG erstmals nationale Zahlen, die einen Überblick über die Ansteckungsorte geben. Bei weniger als 50 Prozent der Infektionen ist jedoch bekannt, wo genau die Ansteckung stattfand.

Bei den identifizierten Infektionsorten liegt das Nachtleben ganz weit vorne. Von 729 Infizierten steckten sich 303 Menschen in Clubs oder Discotheken an, die Zahl entspricht rund 42 Prozent. Weitere 27 Prozent (195 Personen) infizierten sich in Bars oder Restaurants.

Infektionen in den Familien und während der medizinischen Arbeit

Neben dem Ausgang scheint das Leben in Familien die Verbreitung des Coronavirus zu begünstigen. Zwölf Prozent infizierten sich durch den Kontakt mit Familienmitgliedern. Erst danach folgt die Ansteckung durch die Arbeit im medizinischen Bereich - mit acht Prozent.

Zu möglichen Ansteckungen beim Einkaufen oder bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel existieren keine Angaben. Der Grund: es gibt auf den ausgewerteten Klinikformularen kein entsprechendes Feld zum Ankreuzen. Ebenso fehlen gesonderte Angaben zu Infektionen im Ausland. Diese wurden in der Zusammenstellung des BAG bereits in den Kategorien "Bar/Restaurant" oder "Familienmitglied" mitgezählt.

Zehn Prozent infizieren sich im Ausland mit dem Coronavirus

Dem SRF zufolge ist jedoch bereits seit dem 30. Juli bekannt, "dass zehn Prozent der bekannten Infektionen im Ausland stattfanden, davon sechs Prozentpunkte in den Risikoländern". Dies sei aus einer anderen Auswertung hervorgegangen.

Die Zusammenstellung des BAG basiert auf Angaben, die das Klinikpersonal zwischen dem 16. und 30. Juli gemacht hat. Sie betreffen insgesamt 729 Covid-19-Fälle.  © 1&1 Mail & Media/spot on news

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