• Die Impfkampagne in der Schweiz ist angelaufen.
  • Viele Pflegerinnen und Pfleger stehen der Corona-Impfung skeptisch gegenüber.
  • Experten hoffen auf steigende Bereitschaft.

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Am Montag (4. Dezember) ist die Impfkampagne in der Schweiz angelaufen. Zunächst erhalten Risikopatienten den Corona-Impfstoff, danach ist das Pflegepersonal an der Reihe. Doch gerade Pflegerinnen und Pfleger stehen der Spritze noch skeptisch gegenüber.

So haben sich beispielsweise im Altersheim Rotmonten in St. Gallen nur rund zehn Prozent des Pflegepersonals zur Corona-Impfung angemeldet. Das habe auch einen Grund, wie Heimleiter Kurt Ryser "20 Minuten" erklärte: "Bei den Mitarbeiterinnen kursieren verschiedene Studien, wonach zum Beispiel die Impfung die Fruchtbarkeit beeinträchtigen könnte." Bei den Bewohnerinnen und Bewohnern des Pflegeheims wollten sich hingegen rund 80 Prozent impfen lassen, sagte Ryser.

Pflegepersonal will kein "Versuchskaninchen" sein

Diese Unsicherheit unter dem Pflegepersonal bestätigte auch Sonja Bühler, Leiterin des Alterswohn- und Pflegeheims Magda in Hilterfingen BE. "Vom gesamten Personal lassen sich 26 Prozent impfen." Viele wollten nicht als "Versuchskaninchen" dienen, so Bühler.

Bereits Anfang Dezember berichtete der "SRF" von einer hohen Skepsis bezüglich des Impfstoffs bei Pflegerinnen und Pflegern. So erklärte Andrea Nyffenegger, Leiterin Pflege und Betreuung im Alterszentrum Lindenhof in Oftringen (AG), dass in der Belegschaft "eine grosse Verunsicherung" herrsche. Ein Grund dafür sei unter anderem die schnelle Zulassung des Impfstoffes. Nur 20 Prozent waren laut Nyffenegger zu diesem Zeitpunkt bereit, sich impfen zu lassen.

Experten hoffen auf eine steigende Impfrate

Wie viele Pflegerinnen und Pfleger sich landesweit gegen das Coronavirus impfen lassen, ist derzeit nicht bekannt. Lediglich Schätzungen der Kantone liegen vor. David Dürr, Leiter der Dienststelle Gesundheit und Sport des Kantons Luzern, gab an: "Bei den Heimbewohnenden lassen sich 80 bis 90 Prozent der Personen impfen, bei den Mitarbeitenden sind es knapp die Hälfte." Im Kanton Bern rechne man hingegen mit einer Impfquote beim Pflegepersonal von über 30 Prozent, heisst es im Bericht von "20 Minuten".

Thomas Steffen, Kantonsarzt von Basel-Stadt und Vorstand der Vereinigung der Kantonsärzte, geht allerdings davon aus, dass die Impfrate steigen werde. "Weil mit der Zulassung der Impfstoffe die häufig nachgefragten Informationen vorliegen und sich auch der Nutzen der Impfung im Alltag klar zeigt." Man müsse auch zwischen zwei Gruppen unterscheiden: "Zwischen Personen, welche noch offene Fragen haben und einer kleineren Gruppe, welche Impfungen generell ablehnen." Wichtig sei es, die individuelle Entscheidung zu respektieren, erklärte Daniel Höchli, Direktor des Verbands Curaviva.  © 1&1 Mail & Media/spot on news

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